Erstellt am 14. Oktober 2016, 11:51

Exkursion ins Konzentrationslager Auschwitz. Erinnern statt Vergessen – Schüler der HAK Hollabrunn besuchen das ehemalige NS-Konzentrationlager im während des Zweiten Weltkrieges von Nazi-Deutschland besetzten Polen.

Die Schülerinnen und Schüler der BHAK Hollabrunn mit ihren Begleiterinnen und Begleitern und einem Zeitzeugen.  |  HAK Hollabrunn

Auschwitz in Polen – ein Ort des Grauens, des Terrors, ein Ort des mit Worten nicht zu beschreibenden Leids. Während der NS-Zeit war Auschwitz-Birkenau das größte deutsche Vernichtungslager. Mehr als 1,1 Millionen Juden, 70 000 Polen, 25 000 Roma und Sinti und rund 15 000 Kriegsgefangene wurden dort ermordet.

Der Besuch in Auschwitz erstreckte sich über vier Tage. Einleitend bearbeiteten die Schülerinnen und Schüler in Workshops selbstgewählte Schwerpunktthemen, die sie auf die Besichtigung des Stamm- und Vernichtungslagers vorbereiten sollten.

Anschließend ging der Weg nach Oswiecim, wo die einzige jüdische Synagoge besucht wurde, die heute nur noch als Museum dient. So erhielten die jungen Menschen einen Einblick in das jüdische Leben. Auch der alte jüdische Friedhof wurde besichtigt.

Besichtigung des Torbogen „Arbeit macht frei“

Am darauffolgenden Tag betraten die Schülerinnen und Schüler das Stammlager durch den berühmt-berüchtigten Torbogen „Arbeit macht frei“ und besichtigten nach einer eindrucksvollen Führung durch das Stammlager Auschwitz 1 das Vernichtungslager Birkenau, in welchem die systematische Vernichtung von Juden durch die Nazis durchgeführt worden war.

Nicht nur die Berge von Koffern der Ermordeten mit Namen und Alter machten die jugendlichen Besucher fassungslos, schon die ungeheure Größe des Lagers erschütterte sie. Der Weg über dieses riesige Gelände und die Besichtigung der erhaltenen Baracken sowie der Gaskammer-Ruinen hinterließ einen bleibenden Eindruck.

Besonders anschaulich wurde das Schicksal der Inhaftierten bei einem Gespräch der Schüler mit dem polnischen Zeitzeugen Karol Tendera, einem heute 95 jährigen Überlebenden des KZ Auschwitz. Über mehrere Stunden erzählte er seine zutiefst berührende Geschichte und zeigte uns seine eintätowierte Häftlingsnummer, was das furchtbare Geschehen noch realer werden ließ.

Stadt Krakau als Abschluss der Woche

Herrn Tenderas Geschichte rief zahlreiche Fragen der Schülerinnen und Schüler hervor, die er sehr ausführlich und unermüdlich beantwortete. Der temperamentvolle ältere Herr zog die 40 jungen Zuhörerinnen und Zuhörer in den Bann seiner detailreichen Erzählung. Dabei verdeutlichte er den Jugendlichen immer wieder ihre zukünftigen Einflussmöglichkeiten in der Gesellschaft und konfrontierte sie mit manchmal überraschenden Lebensweisheiten.

Den Abschluss unserer Projektwoche bildete die Fahrt in die 60 km entfernten Stadt Krakau, wo die Schüler an einer Führung durch die Altstadt und das Judenviertel Kazimierz teilnahmen. Der Besuch dieser schönen Stadt an der Weichsel mit dem Wawelhügel, dem Königsschloss und der Kathedrale, dem Rynek mit den Tuchhallen und der Marienkirche mit dem berühmten Veit- Stoß-Altar war ein willkommenes Abwechslungsprogramm nach den anstrengenden und emotionalen Tagen.

Zurück in Hollabrunn waren sich die Schülerinnen und Schüler darüber einig, dass die Woche anstrengend und auch emotional belastend war, trotzdem sind alle froh, die Chance gehabt zu haben, persönliche Erfahrungen zu machen und aus dem Erlebten zu lernen.