Haugsdorf

Erstellt am 03. August 2016, 04:33

von Karin Widhalm und Franz Enzmann

Verkehrsinsel erfreut nicht jeden. Verkehrsinsel amüsiert und missfällt zugleich. Bürgermeister Sedlmayer und Straßenbau-Chef Dafert wollen, dass Lenker schon vor der Ortstafel abbremsen.

Bei der Errichtung des rechten Fahrstreifens mussten die Lenker aus Alberndorf kommend die linke Straßenseite nutzen. Manche hielten sich auch nach der Öffnung des neuen Abschnitts daran – und folgten dem kleineren Pfeil.  |  NOEN, privat

Amüsement mit einer neu gebauten Verkehrsinsel: Zu hören ist, dass die aus Alberndorf kommenden Fahrzeuglenker nicht die rechte, bogenförmig verlaufende Straßenseite nutzen, sondern die linke Fahrbahn. So unrecht haben sie gar nicht: Ein kleiner, blau umrandeter Pfeil zeigt tatsächlich nach links (siehe Foto).

Stefanie Lorenz entdeckte die verwirrende Szene und ließ der NÖN augenzwinkernd das Foto zukommen. Zufrieden mit der Insel ist sie nicht: Sie befürwortet zwar bauliche Verlangsamungen des Verkehrs. Die „Reifenschlitzer für Lkws“ würden da aber nicht helfen. Ein Kreisverkehr wäre sinnvoller.

Abteilung Straßenbau: Kreisverkehr nie zur Diskussion gestanden

Die Marktgemeinde hatte die Idee dazu: Der Friedhof befindet sich kurz nach Ortsbeginn und die B 45 wird gequert, um den gegenüberliegenden Parkplatz zu erreichen. Die Verkehrsteilnehmer sollen schon vor der Ortstafel die Geschwindigkeit reduzieren. „Ich weiß, nicht alle Autofahrer freuen sich über die Maßnahme“, so Bürgermeister Andreas Sedlmayer. „Aber die Sicherheit der Fußgänger geht vor.“ Haugsdorf zahlte die Materialkosten. Die Straßenmeisterei Retz führte die Arbeiten durch.

Grundsätzlich werden „Fahrbahnteiler“ gebaut, um entweder Fußgängern ein sicheres Überqueren der Straße zu ermöglichen oder eben eine Geschwindigkeitsreduktion zu erreichen. Das erklärt Wolfgang Dafer, Leiter der Straßenbauabteilung I in Hollabrunn. In der Regel sei das auch wirkungsvoll. Es gäbe allerdings stets Verkehrsteilnehmer, die sich „sportlich“ herausgefordert fühlen. „Die Narren werden wir sowieso nicht aufhalten können“, fürchtet Dafert.

Ein Kreisverkehr sei nie zur Diskussion gestanden. Dazu bräuchte man viel Platz und damit mehr Fläche von Grundeigentümern. Grundsätzlich sei ein Kreisverkehr „immer eine Option“. Eine schräge Bordsteinkante zu errichten, war dagegen für Dafert keine Option. Natürlich könnten Fahrbahnteiler „möglichst wenig optischen Widerstand“ haben. Die Frage sei, ob dann wirklich 50 Kilometer pro Stunde gefahren werden – und ob in diesem Fall die Verkehrsinsel tatsächlich einen Sinn habe.

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