Erstellt am 10. Dezember 2015, 04:53

von Barbara Witzany

Heldenberg hat jetzt doppeltes Welterbe. Spanische Hofreitschule erhält Dekret, Falknerei zählt seit 2010 zum UNESCO Kulturerbe, beides gibt’s im Schmidatal.

Die Falkner Marion und Mario Aigner mit dem Stallmeister der Spanischen Hofreitschule Hermann Illk und Bürgermeister Peter Steinbach am Heldenberg. Foto: Witzany  |  NOEN, Barbara Witzany
„Wir freuen uns schon sehr“, strahlt Bürgermeister Peter Steinbach, der auch Obmann des Landschaftsparkes Schmidatal ist, beim Fototermin mit der NÖN am Heldenberg. Immerhin gehört seit der vergangenen Woche die Spanische Hofreitschule auch zum immateriellen nationalen UNESCO Kulturerbe.

Dekret wird vpraussichtlich diese Woche überreicht

„Das heißt, dass wir im Bezirk Hollabrunn, genauer im Schmidatal und ganz exakt am Heldenberg, zwei Institutionen haben, die diesen Titel tragen“, freut sich Steinbach. Denn die Falknerei gehört seit März 2010 ebenfalls zum immateriellen nationalen UNESCO Kulturerbe: „Das falknerische Wissen werde als kulturelle Tradition auf verschiedene Weise von Generation zu Generation weitergegeben“, so die Begründung der UNESCO-Kommission.

„Seit einem Jahr ist Aigners Falkenhof am Heldenberg beheimatet. Somit gibt es am Heldenberg nun ein doppeltes Welterbe“, führt Steinbach aus. Voraussichtlich wird in dieser Woche der Spanischen Hofreitschule das Dekret überreicht.

„Die Spanische Hofreitschule Wien ist die älteste Reitschule und die einzige Institution der Welt, an der die klassische Reitkunst in der Renaissancetradition der „Hohen Schule“ seit 450 Jahren lebt und unverändert weiter gepflegt wird – was auch zum immateriellen nationalen UNESCO Kulturerbe in Österreich zählt“, wie es auf der Homepage dieser Institution heißt. Seit 2005 steht den Lipizzanern am Heldenberg ein großzügig angelegtes Sommerquartier mit Paddocks und Koppeln sowie ein herrliches Gelände zum Ausreiten zur Verfügung.

Ausbildung der weißen Hengste am Heldenberg

Insgesamt kommen die weißen Hengste zwei- bis dreimal im Jahr sechs Wochen hierher, damit sie mit viel frischer Luft und Bewegung in der Natur die Abwechslung am Land genießen können. Aber auch die wohlverdiente Pension verbringen die Hengste in dieser wunderschönen Umgebung.

Seit 2010 ist der Heldenberg neben der Spanischen Hofreitschule in Wien auch Ausbildungsstätte für Junghengste. Zudem werden im Trainingszentrum auch Kurse und spezielle Ausbildungen für die internationale Reiterwelt durchgeführt, um das Wissen um die Hohe Schule der klassischen Reitkunst zu vermitteln.

Angeboten werden neben Theorielehrgängen, Unterricht von Reitern mit eigenen Pferden und Berufsreiter-Seminaren auch Dressurrichterseminare, Seminare mit internationalen Fachleuten und Weiterbildungen für Pferdepfleger. Besucher vor Ort sehen die Hengste in den Boxen oder im Freigelände aus der Nähe. Sie erfahren bei der Führung durch die Stallungen Interessantes zur Geschichte der Lipizzaner, zur Zucht, zur Namensgebung und vieles mehr und um die älteste Kulturpferderasse der Welt.

Spektakuläre Flüge bei Tag und Nacht

Einmal im Jahr präsentieren die einstigen „Kaiserschimmel“ der Habsburger Monarchie am Heldenberg bei der Lipizzaner-Gala die Hohe Schule der Reitkunst. Sie sind hier jedoch nicht die einzige tierische Attraktion: Mario und Marion Aigner, Falkner mit Leib und Seele, haben mit ihren Tieren vor einem Jahr am Heldenberg eine neue Heimat gefunden. Hier werden die Vögel trainiert und zeigen Besuchern ihr Können. Im November startete ein neues Programm: Jeden Samstag werden um 17 Uhr Nachtflüge gezeigt.

„Das diese Auszeichnung gerade noch am Ende unseres Super-Jubiläumsjahres kommt, ist tatsächlich einmalig“, ist Steinbach die Begeisterung anzuhören. Die Spanische Hofreitschule beging heuer ihr 450-Jahr-Jubiläum. Im Schmidatal wurde unter anderem das Zehnjahresjubiläum der Landesausstellung am Heldenberg mit den grandiosen Begleitprojekten Konzerthaus Weinviertel Ziersdorf und Brandlhof Radlbrunn gefeiert.
 

UNESCO Welterbe

  • Die UNESCO verleiht den Titel Welterbe (Weltkulturerbe und Weltnaturerbe) an Stätten, die aufgrund ihrer Einzigartigkeit, Authentizität und Integrität weltbedeutend sind und von den Staaten, in denen sie liegen, für den Titel vorgeschlagen werden. Der Titel beruht auf der von 190 Staaten und Gebieten ratifizierten Welterbekonvention von 1972.

  • Der Liste des Welterbes liegt das Übereinkommen zum Schutz des Kultur- und Naturerbes der Welt (Welterbekonvention) zugrunde. Es wurde am 16. November 1972 auf der 17. Generalkonferenz der UNESCO in Paris verabschiedet und trat am 17. Dezember 1975 in Kraft. Leitidee der Welterbekonvention ist die „Erwägung, dass Teile des Kultur- oder Naturerbes von außergewöhnlicher Bedeutung sind und daher als Bestandteil des Welterbes der ganzen Menschheit erhalten werden müssen“.

  • Die Liste des immateriellen Kulturerbes umfasst 52 Einträge (Stand 2013). Davon sind nun 7 in ganz Österreich zu finden.

Quelle: Wikipedia