Erstellt am 10. Dezember 2015, 03:33

von NÖN Redaktion

Helfer mit Löwenherz. Erster Platz für Hollabrunner Rumänien-Hilfe, zweiter Platz fürs Sonnendach.

Sonnendach-Obmann Walter Kugler und Renate Kugler mit LH-Stellvertreterin Renner, Bürgermeister Stadler sowie den Sponsorvertretern AKNÖ-Präsident Markus Wieser und Thomas Stiegmaier vom Flughafen Wien.  |  NOEN, Herbert Kaefer

Löwenherz, der große niederösterreichische Preis für sozial mutiges Handeln wurde vergangene Woche zum bereits zehnten Mal vergeben. Unter den Geehrten: Johannes Auer und Ernst Lang mit ihrer Rumänien-Hilfe sowie der Behindertenhilfeverein Sonnendach.

Hilfe für Waisen und bettlägrige Personen

LH-Stellvertreterin Karin Renner, Präsidentin des Vereins Pro Niederösterreich, prominente Sponsoren und die hochkarätig besetzte Jury waren vor Ort, um gemeinsam mit St. Pöltens Bürgermeister Matthias Stadler die Löwenherzen zu verleihen und Preisgelder im Gesamtwert von 22.500 Euro auszuschütten.

Die Jury hatte die schwierige Aufgabe, aus 36 auszeichnungswürdigen Projekten ihre Wahl zu treffen. In der Kategorie „Soziales Engagement“ fiel sie schließlich auf die Hilfe für Kinder und Pflegebedürftige aus Butea, direkt an der moldawischen Grenze.

32 Kinder, meist Waisen, und 42 großteils bettlägrige, pflegebedürftige Personen leben dort gemeinsam in einem Heim, das fast ausschließlich mit Spendengeldern aus Italien aufgebaut wurde und von sieben Ordensschwestern betrieben wird.

Auch heute ist man dort auf Spenden angeweisen, um den laufenden Betrieb aufecht erhalten zu können. Pro Kind gibt es eine monatliche Subvention von rund 20 Euro vom Staat. Die Pflegebedürftigen bekommen keinen Zuschuss.

Sonnendach gründete Tagesheimstätte

Ernst Lang und Johannes Auer gelang es 2013, ihren ersten Hilfstransport nach Butea auf die Beine zu stellen. Die 16-stündige Fahrt wurde mit eigenem Bus und auf eigene Kosten bestritten. 2014 folgte ein weiterer Transport, 2015 waren es bereits zwei. Lang und Auer wurden für ihr stets rasches und unkompliziertes soziales Engagement gewürdigt.

Platz zwei ging übrigens an das Transitquartier Ternitz, Rang drei an den ehemaligen Leopoldsdorfer Gemeindearzt Paul Ritschl für seine Flüchtlingshilfe.

Platz zwei hinter der Initiative „Unser Bruck hilft“ gab es in der Kategorie „Kommunale Projekte“ für den Verein Sonnendach, der 1990 von engagierten Eltern behinderter Kinder gegründet wurde.

Um eine Beschäftigungs- und Fördermöglichkeit ihrer Sprösslinge nach der Schulpflicht zu gewährleisten, wurde eine Tagesheimstätte errichtet. Mittlerweile besuchen täglich 32 Menschen mit Behinderung die Werkstatt Sonnendach, um unter Anleitung von Betreuern verschiedenen Tätigkeiten nachzugehen.

„Viele Niederösterreicher leisten
täglich im Verborgenen Gutes“
Matthias Stadler, SPNÖ-Chef
und St. Pöltner Bürgermeister

Jüngstes Projekt war ein Wohnhaus für zwölf geistig und mehrfach behinderte Menschen gebaut, in dem derzeit sechs Personen ein neues Zuhause gefunden haben.

Besonderer Dank im Rahmen der Löwenherz-Verleihung in der Fachhochschule St. Pölten galt den Vorstandsmitgliedern des Vereins, die ehrenamtlich und ohne Entlohnung sehr viel Zeit investieren.

„Sie alle tragen dazu bei, dass unsere Gesellschaft nicht auseinanderbricht und sie bilden die Basis, die den sozialen Frieden in unseren Gemeinden sichert und stabilisiert“, betonte Renner in ihrer Laudatio. Das Würdigen der verdienstvollen Tätigkeit solle sich jedoch nicht nur auf Danksagungen beschränken. „Wir wollen mithelfen, dieses Engagement auch finanziell zu unterstützen.“

„Viele Niederösterreicher leisten täglich im Verborgenen Gutes und zeichnen sich durch große Hilfsbereitschaft aus. Wir wollen einige von ihnen vor den Vorhang bitten und sie stellvertretend für alle sozial Engagierten auszeichnen“, erklärte Stadler.

Durch den Abend führte Michael Rosecker. Das Rahmenprogramm gestaltete Angelika Hager mit einer Lesung aus „Polly Adler“.