Erstellt am 11. Mai 2016, 03:34

von Elisabeth Schöffl-Pöll

Herausforderungen der Zukunft: „Wenn nicht gleich, dann bald“. EU-Politiker stimmten zuversichtlich und forderten Eigenverantwortung ein.

Diskutierten mit den Teilnehmern: die EU-Politiker Othmar Karas und Karin Kadenbach sowie Zukunftsforscher Reinhold Popp. Ulrike Lunacek, Vize- präsidentin des Europäischen Parlaments, war per Skype zugeschaltet.  |  NOEN, Schöffl-Pöll
„Lust auf Zukunft“ machte, wie der Titel schon versprach, der elfte Regionale Bildungstag Westliches Weinviertel, zu dem der Regionalbetreuer des Katholischen Bildungswerks, Erwin Mayer, hochkarätige Vortragende und bezirksübergreifendes Publikum in die Bezirksbauernkammer eingeladen hatte. Die Leader-Region trug über EU-Mittel zur Finanzierung bei.

Zukunftsforscher Popp als Starreferent

„In der Bildung seid ihr alle Ehrengäste“, verzichtete Mayer wohltuend auf Namensnennung und lud ein, sich mit dem Thema „Zuversicht statt Zukunftsangst“ zu beschäftigen. Gestartet wurde mit einer „Gesellschaftsklimasprechstunde“, wodurch die Teilnehmer in kürzester Zeit mit vielen Menschen über zahlreiche Themen ins Gespräch kamen.

Starreferent war Zukunftsforscher Reinhold Popp. Der Salzburger Uniprofessor ist Gastwissenschaftler in Berlin sowie Autor und Herausgeber zahlreicher Publikationen. Es gelang ihm, die diffusen Zukunftsängste aufzuheben und in Zukunftshoffnung umzuwandeln.

Krisen können die Menschen vorwärtsbringen. In Form eines Krisen-ABCs beschäftigte sich sein Vortrag mit Generationenkonflikt, „Überalterung kontra Unterjüngung“ und unrealistischen Zukunftsängsten, die von Medien tüchtig geschürt werden.

Eine reiche Bildungstauschbörse holte viele Institutionen vor den Vorhang, etwa die Landwirtschaftskammer, „Die Bäuerinnen“, Tauschbörse, Anima, Fairtrade-Bewegung und mehr.“

Politiker betonten: „Die EU sind wir alle“

Zu den Höhepunkten zählte die Anwesenheit und Skype-Zuschaltung von EU-Parlamentariern. Ulrike Lunacek. Othmar Karas und Karin Kadenbach waren persönlich gekommen, um Fragen nach ihren Zukunftsperspektiven zu beantworten.

Dazu wurde die Frage von Herbert Fürnkranz ans Publikum gestellt, wer im Saal sich wohl in Gemeinden und Pfarren einsetzen würde, oder jene von Editha Lausch, dass Schulen vor Wahlen aktiv Meinungsbildung betreiben sollten.

„Die EU sind wir alle“, wurden die EU-Politiker nicht müde zu betonen. „Wir schaffen die Herausforderungen, wenn nicht gleich, dann bald! Wenn wir die Internationalität nicht kapieren, bedeutet das den Rückzug aus der Erfolgsstory EU. Dazu sind Ausbildung und Sprachen sehr wichtig“, meinte Othmar Karas. Lunacek mahnte: „Immer sind die anderen schuld!“ Und Kadenbach betonte: „Zukunft wird es immer geben, es liegt an uns, sie zu gestalten.“

Die Vortragenden haben sich jedenfalls redlich bemüht, der Zukunft und den Krisen den Beigeschmack der Katastrophe zu nehmen.