Erstellt am 24. Oktober 2015, 07:22

von Sandra Frank

Hochwasserschutz: „Müssen über die Runden kommen“. Zwei größere Projekte werden demnächst umgesetzt, Großstelzendorf muss vorerst auf „sanfte Maßnahmen“ setzen.

An die Bilder von der Überschwemmung im März dieses Jahres können sich die Großstelzendorfer noch genau erinnern. Derzeit könne die Gemeinde nur sanfte Maßnahmen setzen, um ein solches Ereignis zu verhindern. Foto: Archiv  |  NOEN, Archiv

Viel zu tun gibt's zum Thema Hochwasserschutz in den einzelnen Katastralgemeinden der Marktgemeinde Göllersdorf. Das zeigte der Bericht von Bürgermeister Josef Reinwein bei der vergangenen Gemeinderatssitzung.

„Es wäre alles auf Schiene“

Es gibt zwei Projekte, „da sind wir schon relativ weit“, so das Gemeindeoberhaupt. In Obergrub „können wir jederzeit beginnen, weil wir Grundeigentümer sind“, ist ein neuer Damm geplant, der den Ort vor Hochwasser schützen soll. In Porrau sollen die Zuläufe zum alten Rückhaltebecken optimiert werden.

Ein neues Becken mit 3.500 Kubikmeter Volumen soll entstehen. „Es wäre alles auf Schiene“, sagt Reinwein, dass nur noch mit einigen Grundbesitzern gesprochen werden müsse. Dieses neue Becken, das „für ein 100-jähriges Hochwasser gerechnet ist“, schützt Porrau vor erneutem Hochwasser – und in weiterer Folge auch Bergau.

Der Heimatort des Bürgermeisters, Großstelzendorf, sei ein schwierigerer Fall, denn hier schieße das Wasser von mehreren Seiten ins Dorf. „Es geht nicht mit einem Becken. Außer man sperrt die einzige Zufahrt hintaus ab. Aber auch das wurde mir schon vorgeschlagen ...“, schüttelt Reinwein den Kopf.

„Die Lage ist sehr kompliziert“

Vorerst will das Gemeindeoberhaupt „sanfte Maßnahmen“ setzen, um dem Wasser bei Starkregen Einhalt zu gebieten. So will er auf dem Gemeindegrund die Biodiversitätsflächen belassen. Es sollen auf keinen Fall Feldfrüchte angebaut werden. Das Ziel sei es, die Abflüsse so zu verringern, dass sie noch vor dem Feuerwehrhaus abgefangen werden können.

„Die Lage ist sehr kompliziert“, weiß auch Umweltgemeinderat Martin Schirmböck (ÖVP). Damit das Wasser nicht in einem durch in den Ort schießen kann, wäre es sinnvoll, von der „Bebauung her zu tauschen“. Allerdings sei die Gemeinde hier auf das „Gutwill“ der Landwirte angewiesen.

Aber solange kein großes Projekt anstehe, müssen eben diese Optimierungen vorgenommen werden. „Der Grund und Boden ist mein Kapital, das lass ich mir doch nicht wegschwemmen“, versichert Schirmböck, dass die Landwirte ebenfalls an einer Verbesserung der Situation interessiert sind.

Wie Großstelzendorf künftig vor Hochwasser geschützt werden kann, werde derzeit eruiert. Bis ein konkretes Projekt spruchreif ist, „müssen wir schauen, dass wir über die Runden kommen“, sagt Gemeindeoberhaupt Reinwein.