Erstellt am 08. September 2015, 08:50

von Christoph Reiterer

20 Flüchtlingsplätze im Studentenheim. Während der Arbeitskreis für Integrationsbemühungen umtriebig ist, gibt es einen neuen Quartier-Vorschlag in Hollabrunn.

Im Studentenheim ist die Kapazität für 20 Flüchtlingsplätze vorhanden. Foto: NÖN  |  NOEN, NÖN

Vergangene Woche fand die vorläufige Abschlussveranstaltung der Sprachkurse der Sprachschule Hollabrunn statt, die für in Hollabrunn lebende Asylwerber angeboten worden waren. Ab Oktober können weitere Interessierte am nächsten Kurs teilnehmen, wie Cäcilia Kaltenböck vom Arbeitskreis für Integrationsbemühungen berichtet.

„Halte nichts von Massenquartieren und Ghettobildung“

Bürgermeister Erwin Bernreiter bestätigt indes, dass es konkrete Vorschläge für die Unterbringung weiterer Asylwerber gibt.

„Ich halte nichts von Massenquartieren und Ghettobildung und denke, dass kleine Einheiten mehr Erfolg bringen, was die Integration betrifft“, sagt der Stadtchef und betont in diesem Zusammenhang, dass Hollabrunn in der Vergangenheit bereits mehr als andere für die Flüchtlingsunterbringung geleistet habe. Die Betreuung im Frauenhaus sei vorbildhaft. Auch im Landesjugendheim werde wertvolle Arbeit geleistet.

Dennoch beschäftige sich die Gemeinde darüber hinaus mit der aktuellen Debatte und dem Flüchtlingsstrom, der über das Land hereinbricht. Im Studentenheim bestehe nun die Möglichkeit, 20 Asylwerber aufzunehmen, die vom Verein menschen.leben betreut werden würden.

Es wäre naheliegend, Frauen und Minderjährige zugewiesen zu bekommen, meint Bernreiter, der nicht viel Wind um die Angelegenheit machen will. „Jeder soll machen, was er am besten kann.“

„Empfange laufend Anfragen, wie geholfen werden kann“

Der Arbeitskreis für Integrationsbemühungen ist derweil weiter umtriebig. Ehrenamtliche, „meist ziemlich spontan eingesetzte“ Kinderbetreuerinnen gehen ins Hollabrunner Haus der Frauen, damit die Frauen ungestört ihren Sprachunterricht nehmen können.

So ist der Arbeitskreis der Pfarre Hollabrunn mittlerweile auf nicht weniger als 44 Mitarbeiter angewachsen. „Wir sind über E-Mail verbunden. Ich empfange laufend Anfragen, wie geholfen werden kann“, berichtet Kaltenböck.

Finanziert wurden die bisherigen 50 Einheiten eines Alphabetisierungskurses und eines sogenannten A1-Kurses von der Stiftung Weinviertler Sparkasse. Auch die Finanzierung der Oktober-Kurse für jene, die dafür nicht selbst aufkommen können oder nicht von anderer Seite unterstützt werden, soll über den Arbeitskreis gesichert werden. Die Aussichten dafür seien gut.

Mit Bürgermeister Erwin Bernreiter und Josef Widl berät Kaltenböck die nächsten Schritte. Ein Anliegen des Arbeitskreises sei auch die interkulturelle Begegnung.