Hollabrunn

Erstellt am 03. April 2017, 12:22

von Christoph Reiterer

AMS: “Quartalsbilanz ist erfreulich”. Das AMS Hollabrunn hat Bilanz über das erste Quartal 2017 gezogen. Eine Erkenntnis: Die Arbeitsmarktentwicklung verlief im Bezirk in den ersten drei Monaten des Jahres wesentlich dynamischer, als von vielen Fachleuten erwartet.

 |  NOEN, Burggraf

Rund ein Prozent mehr Beschäftigte und fast vier Prozent weniger Arbeitslose seien erfreulich, wie Geschäftsstellenleiter Josef Mukstadt erklärt.

Die deutlich spürbare wirtschaftliche Belebung spiegle sich in der Arbeitskräftenachfrage wider. 350 Personalanforderungen seit  Jahresanfang sind um ein Fünftel mehr als in den Vorjahren. Weniger vorübergehende Freistellungen gab es zu Beginn des Jahres durch die gute Auftragslage im Bau- und Baunebengewerbe.

Der Einzelhandel und das Gastgewerbe haben in den letzten Wochen nachgezogen. Entsprechend positiv präsentiert sich die Märzbilanz: Zum Monatsende waren beim AMS Hollabrunn 1.566 Arbeitslose vorgemerkt, um 6,1 Prozent weniger als im Vorjahr. Durch saisonale Beschäftigungseffekte profitierten Männer (-7,1%) mehr als Frauen (-4,5%).

Deutlicher Rückgang bei Jugendarbeitslosigkeit

Noch deutlicher ist der Rückgang der Jugendarbeitslosigkeit mit  177 Jobsuchenden im Alter bis 25 Jahre. Das entspricht einem Rückgang um 13,2 Prozent im Vorjahresvergleich.

Zu den Aktivposten der Bilanz zählt auch die Verflachung des Anstieges der Langzeitarbeitslosigkeit, so Mukstadt: „Sorgen bereitet allerdings das hohe Niveau:  Jeder dritte Arbeitslose ist länger als ein halbes Jahr beim AMS vorgemerkt, bei jedem Fünften dauert es mehr als ein Jahr bis zum nächsten Job.“ Vom unverändert großen Verdrängungswettbewerb am Arbeitsmarkt sei vor allem die ältere Erwerbsgeneration betroffen.

Fast 600 Arbeitslose sind über 50 und haben es besonders schwer, eine neue Beschäftigung zu finden.  „Unsere Vermittlungsaktivitäten fokussieren sich deshalb auf Langzeitarbeitslose und ältere Jobsuchende, wobei wir Unternehmen mit attraktiven Förderungsangeboten ins Boot holen“, will der AMS-Geschäftsstellenleiter die positive Stimmung in der Wirtschaft für eine Joboffensive nutzen.

Hintergrund

Die Initiative „Jobchance 2017“ setzt auf die bewährte Zusammenarbeit zwischen AMS und Land NÖ. Träger einer gemeinnützigen Arbeitskräfteüberlassung ist der Verein „Jugend&Arbeit“. Dieser übernimmt gemeinsam mit dem AMS die Suche nach geeigneten Arbeitskräften und begründet  Dienstverhältnisse mit Langzeitarbeitslosen, die Betrieben als „Leasingarbeitskräfte“ überlassen werden.

Unternehmen haben lediglich 40 Prozent der Lohnkosten zu tragen. Die Anmeldung zur Sozialversicherung, Lohnverrechnung inklusive etwaiger Gehaltsexekutionen und alle arbeitsrechtlichen Belange aus dem Dienstverhältnis werden dem Betrieb abgenommen. Lediglich die monatliche Rechnung über den Lohnkostenanteil von 40 Prozent ist zu begleichen.

Dieses Förderungsmodell gibt es für Arbeitslose, die länger als ein Jahr beim AMS registriert sind, bei über 50-Jährigen bereits nach einem halben Jahr AMS-Vormerkung. Die Beschäftigung von Männern wird für vier Monate subventioniert, bei Frauen beträgt die Dauer sechs Monate. Danach sollte die Übernahme in ein Dienstverhältnis erfolgen. Das ist aber weder verpflichtend noch hat es eine Auswirkung auf die Förderung.