Erstellt am 17. Mai 2017, 04:06

von Sandra Frank

Neuer BH-Chef Strobl: „Ein wunderbarer Beruf“. Andreas Strobl ist seit 9. Mai Bezirkshauptmann von Hollabrunn. Den Bezirk kennt der 51-Jährige seit seinen Kindertagen, denn seine Großeltern lebten im Pulkautal.

Jurist Andreas Strobl empfing die NÖN bereits in seinem neuen Büro in der Hollabrunner Bezirkshauptmannschaft. Mit 9. Mai übernahm er die Funktion des Bezirkshauptmanns.  |  Sandra Frank

Andreas Strobl, das ist der Name des neuen Hollabrunner Bezirkshauptmanns. Der 51-Jährige wurde am Dienstag vergangener Woche in der Sitzung der NÖ Landesregierung zum neuen BH-Chef bestellt. Damit tritt er in die Fußstapfen von Stefan Grusch, der, wie berichtet, seit 1. Mai die Bezirkshauptmannschaft in Gmünd leitet.

„Ich kenne den Bezirk seit mehr als 40 Jahren“

„Es war mein Wunsch, wieder in einer Bezirkshauptmannschaft zu arbeiten“, erzählt Strobl an seinem ersten Montag in der Hollabrunner BH. Er war nämlich BH-Chef des mit Ende 2016 aufgelösten Bezirks Wien-Umgebung. Von Anfang des Jahres bis jetzt war Strobl in der Landesamtsdirektion für die Nachbetreuung der Auflösung von Wien-Umgebung zuständig und arbeitete an der Evaluierung des Landesentwicklungskonzepts mit.

Warum er gerne wieder als Bezirkshauptmann tätig sein wollte? „Es ist ein wunderbarer Beruf. Man arbeitet direkt am Bürger und kann für die Region arbeiten.“ Dass er sich auch für die Gmünder BH beworben hätte, das war für den Juristen „weniger eine Option“, da er aus dem Weinviertel komme.

Der Bezirk Hollabrunn ist für Strobl kein unbekanntes Terrain: „Ich kenne den Bezirk seit mehr als 40 Jahren“, schmunzelt er im NÖN-Gespräch. Denn Strobls Wurzeln reichen ins Pulkautal. „Meine Großeltern hatten einen Bauernhof, auf dem ich als Kind meine Sommermonate verbracht habe.“ Deshalb konnte er die Veränderung in der Region nach dem Fall des Eisernen Vorhangs zur Aufbruchstimmung mitverfolgen.

„Ich will alle Gemeinden bis Mitte Juli besuchen“

Die größte Herausforderung, die auf den BH-Chef in seiner neuen Funktion zukommt? Das Kennenlernen der neuen Personen. Das will Strobl vor Ort machen, darum startet er diese Woche noch mit seinen Gemeindebesuchen, um die Bürgermeister persönlich kennenzulernen. „Bis Mitte Juli will ich alle 24 Gemeinden geschafft haben.“

Um die Zusammenarbeit zu forcieren und gemeinsame Themen zu diskutieren, sei die Bürgermeisterkonferenz ein wichtiges Instrument. „Das soziale Element soll hier aber nicht zu kurz kommen“, ergänzt Strobl lachend, dass es sicherlich auch gemeinsame Ausflüge mit den Gemeindechefs geben wird.

Die Sicherheit ist dem 51-Jährigen ein großes Anliegen: „Mir ist wichtig, dass etwa Hochwasserschutzpläne konkret vorhanden sind und aktuell gehalten werden. Dass das wichtig ist, hat man ja erst an diesem Wochenende gesehen“, denkt Strobl an die Feuerwehreinsätze nach dem Starkregen, etwa in Göllersdorf. „Die Bevölkerung soll sich sicher sein können, dass die handelnden Organisationen – und da gehört auch die BH dazu – wissen, was sie tun.“ Deshalb will Strobl im Herbst den neuen Hochwasserschutz im Pulkautal beüben. „Extrem wichtig“ ist dem Neo-Bezirkshauptmann eine gute und funktionierende Zusammenarbeit mit den Blaulichtorganisationen.

Jetzt gilt es für den Juristen, die aktuellen Themen im Bezirk zu erfassen und sich einzuarbeiten. „Die BH selbst funktioniert ausgezeichnet und hat hoch motivierte Mitarbeiter“, konnte Strobl in seinen ersten Tagen im Amt bereits feststellen. Ein Thema, das seinem Vorgänger Grusch sehr am Herzen lag, ist die Bewerbung der Landesausstellung 2021. „Die werde ich auf jeden Fall unterstützen“, meint Strobl.