Hollabrunn

Erstellt am 14. Juni 2017, 04:55

von Christian Pfeiffer

Circus Louis Knie: Hart, aber ein Traum. Obwohl ein hartes Geschäft, bietet der Zirkus immer noch genug Möglichkeiten zu träumen und zu staunen.

Tierdressuren sind bei Louis Knie Chefsache.  |  NOEN, Circus Louis Knie

Allen Unkenrufen zum Trotz: Der Zirkus lebt. Diesen Beweis tritt der „Circus Louis Knie“ bei seinem Gastspiel in Hollabrunn an. „Wir haben das große Privileg, das zu leben, wovon andere träumen. Und obschon dieses Leben, zumal hinter den Kulissen, oft extrem hart und anforderungsreich ist, bedeutet es uns Lebensinhalt und Verpflichtung“, so die beiden Zirkus-Leiter Adriana Folco und Louis Knie.

Gewidmet ist das heurige Tourprogramm einem langjährigen Freund und Mitarbeiter des Zirkus, dem Clown „Charlie Carletto“ alias Carlos de Jesus Peres, der im März im Alter von nur 55 verstarb. Für die Clownerie ist heuer der Tscheche „Puccini“ verantwortlich.

Der Höhepunkt gleich zu Beginn

Den Höhepunkt setzt Direktor Louis Knie gleich an den Anfang der Show. Nach 18 Jahren können unter der Zirkuskuppel wieder „Fliegende Menschen“ bei ihren waghalsigen Kunststücken beobachtet werden. Dabei darf ein, souverän ausgeführter, dreifacher Salto nicht fehlen.

Der Circus Louis Knie ist einer der wenigen, die sich zu Tiernummern bekennen und diese auch anbieten. Dabei werde großer Wert auf die Tierhaltung, artgerechtes Training und die Pflege der Tiere gelegt. Die Dressurnummern sind allesamt Chefsache. Ob Louis Knie jetzt Pferde in einer Freiheitsdressur präsentiert oder Kamele und Lamas in einem Exotentableau oder sogar Kühe – alle Tiere tanzen nach seiner Peitsche.

Jan Navratil imponierte mit seiner Antipoden-Darbietung. So bezeichnet man die Jonglage von Gegenständen mit den Füßen. Wie er über sechs Etagen an einer vier Meter hohen Stange einen Ball bis an die Spitze beförderte, fesselte Alt und Jung. Der Zauber des Zirkus eben.