Hollabrunn

Erstellt am 08. April 2017, 16:56

von Sandra Frank

Fußgängerzone wird zum Friedhof. Die Aussage „Die Hollabrunner Fußgängerzone ist ausgestorben“ wurde Samstagnachmittag veranschaulicht: Es sah so aus, als würde die Sparkassegasse in einen Friedhof umgewandelt, die Gräber waren – wenn auch nur kurz – vorhanden.

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„Ich befürworte den Aktionismus, ich kann aber wirklich nix dafür“, sagt Unternehmer Sascha Bauer, der von einigen Passanten verdächtigt wurde, die Kreuze aufgestellt zu haben.

Der Gemeinderat (Bürgerliste) kann aber erklären, wie es zu diesen Gräbern in der Fußgängerzone kam: Stadtmanagerin Julia Katschnig will die Fußgängerzone neu gestalten. Dieser Neugestaltung mussten die Vitrinen, die Firmen mieten und als Werbeflächen nutzen konnten, weichen.

Brief sorgt für Ärger bei Geschäftsleuten

„Anstatt in Kontakt mit den Unternehmern zu treten, gab es nur einen klassischen Brief, in dem stand, dass die Vitrinen bis zum 31. März auf eigene Kosten abzubauen sind“, weiß Bauer, der meint, dass man das unternehmerfreundlicher hätte regeln können.

Ein weiterer Geschäftsmann tat  seinen Unmut über diese Aktion auf kreative Weise kund: Den Sockel, auf dem die Vitrinen standen, gestaltete er zu einem Grab um. Samt Kreuz und Widmung: „Hier liegen Eigentum – Selbstbestimmung – Freiheit“ sowie „RIP Hier liegt die Hollabrunner Wirtschaft“ ist darauf zu lesen.

„Die Gräber haben uns schon jetzt mehr Frequenz gebracht, als andere Maßnahmen in den vergangen zehn Jahren“, beobachtete Bauer den Zustrom der Schaulustigen. Die Grabkreuze standen allerdings nicht lange, nach nur einer halben Stunde waren sie wieder verschwunden.

Weitere Reaktionen in der nächsten Printausgabe der Hollabrunner NÖN!