Hollabrunn

Erstellt am 24. Januar 2018, 03:16

von Sandra Frank

Werbung bei Eröffnung: Wirbel um VP-Wahlkampf. Die SPÖ klagte über Wahlwerbung bei Wohnhausanlagen-Eröffnung. In Hollabrunn schmeckt Gemeinderat Bauer die Foodtruck-Aktion gar nicht. VP beschwichtigt.

Dass die VPNÖ bei der Eröffnungder Platter Wohnhausanlage Wahlgoodies verteilte, ärgerte Patrick Eber (SPÖ) sehr.  |  priva, t

„In seiner Rede hat der Direktor der WAV noch betont, dass der Eröffnungstermin der Wohnhausanlage nicht dem Wahlkampf geschuldet sei. Am Tisch vor ihm lagen aber Wahlgeschenke der ÖVP Niederösterreich“, ärgert sich SPÖ-Kommunalmanager Patrick Eber über das Vorgehen der Schwarzen, als die Wohnhausanlage eröffnet wurde. „Die ÖVP glaubt wirklich, ihr gehört ganz Niederösterreich!“

Wilfing: „Selbst verteilen statt reden“

Diese Kritik ringt VP-Landesrat Karl Wilfing, der die Anlage eröffnete, ein Lächeln ab: „Vernünftig wäre gewesen, selbst zu verteilen, statt zu reden.“ Es sei jeder Partei freigestanden, bei dieser öffentlichen Veranstaltung Material an die Wähler zu bringen. Die VPNÖ habe zudem nicht verteilt, sondern Kulis und Co. nur auf den Tischen aufgelegt, korrigiert Wilfing und ergänzt: „Die einen schimpfen nur und die anderen arbeiten.“

Mit Kritik sieht sich die ÖVP auch in der Bezirkshauptstadt konfrontiert: Dass der „wir018 Foodtruck“ am Dienstag (nach Redaktionsschluss) am Hollabrunner Hauptplatz haltmachte, regt ebenfalls auf. „Das ist der nächste Schlag der ÖVP gegen lokale, kleine Unternehmer“, ärgerte sich Sascha Bauer, als er die Ankündigung der Foodtruck-Tour auf Facebook entdeckte. Kipferl und Kaffee werden am Hauptplatz verteilt.

„Früher sind sie wenigstens noch in Lokale gegangen und haben – ebenfalls mit Steuergeld – eine Runde bezahlt.“ Selbst dieses Geschäft falle nun weg. „Es ist bemerkenswert, wie egal das der ÖVP ist, die immer wieder von Innenstadtbelebung spricht“, meint der Bürgerliste-Gemeinderat und Fitnesscenter-Betreiber.

VP-Bezirksgeschäftsführer Hans Gschwindl sieht das anders. „Wir verteilen hier, wie bei anderen Aktionen auch.“ Die Kipferl seien von einem Hollabrunner Bäcker, die Leberkässemmeln von einem örtlichen Fleischhauer. „Wo wir sind, wird kein Pfusch gemacht, es ist immer ein Miteinander mit der lokalen Wirtschaft.“