Hollabrunn

Erstellt am 13. Dezember 2017, 08:44

von Christoph Reiterer

Schulstarthilfe ist nun durch. Selten noch wurde über einen Beschluss, der letztlich einstimmig fiel, so heftig debattiert. Im Hollabrunner Gemeinderat war’s am Dienstagabend im Falle der Schulstarthilfe aber doch so.

Symbolbild  |  Shutter-stock/Denis Kuvaev

Wie berichtet , war man nach Vorbesprechungen im Ausschuss parteiübergreifend zum Entschluss gekommen, jeweils 50 Euro für alle Taferlklassler der Gemeinde Hollabrunn sowie für alle Schüler der fünften Schulstufe auszubezahlen – also auch an jene, die nach der Volksschule in eine neue Schule eintreten. Für die Gemeinde bedeutet das einen finanziellen Aufwand von 13.000 Euro, der auch noch für das laufende Schuljahr 2017/18 schlagend wird.

FPÖ-Gemeinderat Christian Lausch fand es dennoch als eine „trübe Geschichte“. Sein ursprünglicher Antrag im September hatte auf 100 Euro für alle Volksschüler abgezielt. Nun nicht einmal die Hälfte der geschätzten Förderung aufzuwenden, hält er einer familienfreundlichen Gemeinde nicht würdig. „Man kommt sich als Familie mit Kindern in Hollabrunn wie ein Bittsteller vor“, meinte der Freiheitliche im Rahmen der Sitzung.

Im Einklang mit der SPÖ-Fraktion formulierte er den Abänderungsantrag, die 50 Euro auch für alle übrigen Volksschüler auszubezahlen. „Wir werden schon etwas finden, lieber Finanzstadtrat, wo man das herausnahmen kann“, meinte Lausch betreffend der zusätzlichen Kosten.

„Mir kommt das vor wie auf einem Basar" Wolfgang Scharinger

SPÖ-Klubobmann Alexander Eckhardt kritisierte, dass es vor der Festlegung des budgetären Aufwands von 13.000 Euro im neuen Voranschlag keine parteiübergreifende Diskussion darüber gegeben hatte. Auch er zeigte sich überzeugt, dass finanzielle Ressourcen für den Mehraufwand freizumachen wären.

„Mir kommt das vor wie auf einem Basar“, meldete sich Bürgerliste-Stadtrat Wolfgang Scharinger vor und verwies auf die Einigung im Ausschuss sowie auf die soziale Treffsicherheit der Hollabrunner Sozialcard. „Aber ein Gentlemen-Abkommen kann man nur mit Gentlemen schließen.“

„Das jetzt noch einmal zu diskutieren, halte ich für Wahlwerbung“, wunderte sich auch Grünen-Gemeinderat Peter Loy und fand es „etwas unsinnig“. Scharinger-Gemeinderätin Daniela Lichtenecker beurteilte die Debatte als „komisch“: „Wir haben lang genug darüber diskutiert.“

ÖVP-Finanzstadtrat Kornelius Schneider betonte indes, dass die 13.000 Euro nachhaltig vorgesehen seien. Hollabrunner Familien sollen sich darauf verlassen können, dass es diese Schulstarthilfe auch in den folgenden Schuljahren geben wird.

So wurde der Hauptantrag schließlich mit allen Stimmen beschlossen. Die Familien werden von den Schulen per Infoblatt über die Modalitäten informiert. Den Zuschuss fürs aktuelle Schuljahr wird man sich von 5. Februar bis 2. März am Gemeindeamt abholen können. Im nächsten Schuljahr soll die Auszahlung zwischen Schulbeginn und 1. Dezember erfolgen.

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  • Schulstarthilfe: 50 Euro angemessen?