Hollabrunn

Erstellt am 12. August 2016, 05:49

von Christian Pfeiffer

Sommergespräch: "Jetzt beginnt eine neue Ära“. Elisabeth Schüttengruber-Holly: Die seit 15. März 2016 amtierende Kultur- & Bildungsstadträtin über ihr erstes halbes Jahr.

Kultur- und Bildungsstadträtin Elisabeth Schüttengruber-Holly ist seit einem halben Jahr im Amt. Ein erstes sichtbares Zeichen ihrer Arbeit wird der kommende Musiksommer am Zehetplatz in der Sitzendorfer Kellergasse.  |  Pfeiffer

Mit ihrer Angelobung als Nachfolgerin von Karl-Heinz Jirsa im Amt der Kultur- und Bildungsstadträtin am 15. März dieses Jahres übernahm Elisabeth Schüttengruber-Holly die Funktion in einer turbulenten Zeit. Es galt, die schulische Nachmittagsbetreuung zu regeln. Ihr Ansatz lautete: „Ich versuche, es fast allen Recht zu machen.“

Die in der ÖVP bestens vernetzte Politikerin schätzt privat die Werke von Hundertwasser und Gustav Klimt, dem sie in ihrem eigenen Zuhause einen eigenen Raum gewidmet hat, und Antoine de Saint-Exuperys „Der kleine Prinz“. Um abzuschalten und den Kopf freizubekommen, geht sie einmal am Tag laufen.

Im Interview mit der NÖN spricht sie über ihre Ziele, Motivation, mögliche Projekte und erste Ergebnisse.

NÖN: Was ist für Sie das Besondere am Zehetplatz in der Sitzendorfer Kellergasse, den sie für das Gespräch gewählt haben?

Elisabeth Schüttengruber-Holly: Das Platzerl hier ist so schön. Aber vor allem steht der Platz für ein sichtbares Zeichen meiner Arbeit im Kulturbereich. Der Zehetplatz wird der Schauplatz für den neuen Kultursommer, den ich von der Alten Hofmühle hierher verlegt habe. Es war eine bewusste Entscheidung, um zu zeigen, jetzt beginnt eine neue Ära.

Wie wird es nach den drei Veranstaltungen von 25. bis 27. August mit dem Kultursommer weitergehen?

Schüttengruber-Holly: Ich arbeite an einem längerfristigen Konzept. Aber Gott sei Dank muss ich das Rad nicht selbst neu erfinden, denn mit Werner Auer habe ich mir einen ausgewiesenen Experten an die Seite geholt, der mich bei der Erarbeitung unterstützen wird.

Kann man Ihre Zuständigkeiten als Wunschressort bezeichnen?

Schüttengruber-Holly: Ja! Ich freue mich sehr über diese Position und werde sie mit hundertprozentiger Kraft ausfüllen. Denn, wenn ich etwas übernehme, muss ich auch was daraus machen. Und wenn man arbeitet, passieren auch Fehler, das lässt sich beim besten Willen nicht vermeiden, aber ich will etwas beitragen und werde nichts unversucht lassen.

In welche Richtung gehen Ihre Überlegungen im Bereich Kultur?

Schüttengruber-Holly: Ich möchte mir sehr intensiv den Bereich der Förderungen ansehen. Ich mag das Gießkannen-Prinzip nicht und möchte den Bereich der Projektförderungen verstärken, denn Kleinstförderungen bringen niemandem etwas.

Ein großer Teil Ihres Ressorts ist die Bildung. Haben Sie für den Bereich schon Pläne?

Schüttengruber-Holly: Ich sage immer, Bildung kann einem keiner mehr wegnehmen. Deswegen wird ein großes Augenmerk meiner Tätigkeit der Bildung gelten. Der Abzug von Schülern nach dem Abschluss muss eingedämmt werden. Ich habe diesen Denkanstoß auch schon bei Landesrätin Bohuslav deponiert. Zudem wird es definitiv noch heuer eine Grundsatzentscheidung zum Schulcampus geben.

Bedenkt man Ihre Vorgänger, scheint einen der Lehrerberuf für das Amt zu prädestinieren.

Schüttengruber-Holly: Das ist der Ressortaufteilung geschuldet, die ich grundsätzlich gut finde, und dem komplexen Bereich der Schulen. Da tut sich ein Insider wesentlich leichter. Für mich gehören Bildung und Kultur traditionell zusammen. In meinem Unterricht ist Kultur immer auch ein Bestandteil. Ich sehe auch Bildung als wichtigen Grundstein für ein Kulturverständnis. Und es geht darum, auch kulturelle Werte zu vermitteln, das ist ein Bildungsauftrag, an dem wir alle beteiligt sind.

Welche Ziele haben Sie sich für Ihre Amtszeit gesetzt?

Schüttengruber-Holly: Ich werde jetzt die Zeit im Sommer nutzen, mir ein umfassendes Bild zu machen. Aber auf jeden Fall möchte ich mit Bildung und Kultur ein überregionales Interesse an Hollabrunn erzeugen. Unter dem Arbeitstitel „Bildungsstadt 2020“ will ich Hollabrunn zum Beispiel mit einer Bildungs- und Lehrlingsmesse und einer besseren Vernetzung der Schulen in den Mittelpunkt stellen. Wie gesagt, ich werde sicher nichts unversucht lassen.