Erstellt am 22. September 2015, 08:56

von Christoph Reiterer

Was passiert jetzt bei SPÖ und FPÖ?. FPÖ-Landeschef kommt wegen Chihuahua-Streit nach Hollabrunn. SPÖ will Diskussionen nicht nach außen tragen.

„Wir werden das bereinigen“, sagt FPÖ-Stadtrat Wolfgang Scharinger. Foto: NÖN  |  NOEN, NÖN

Nur durch zwei Stimmen waren Sozialdemokraten und Freiheitliche bei den Gemeinderatswahlen im Jänner getrennt, die SPÖ behielt hauchdünn die Nase vorne – was angesichts der übermächtigen ÖVP nur bedingt von Bedeutung war.

Derzeit herrscht in beiden Lagern eine gewisse Unruhe: Bei den Blauen sind zwei Chihuahuas der Grund dafür, bei den Roten soll es interne Meinungsverschiedenheiten über die Führung der Stadtpartei geben.

NÖN.at hatte berichtet:



„Wir werden das bereinigen“, sagt FPÖ-Stadtparteiobmann Wolfgang Scharinger über die privaten Differenzen zwischen FPÖ-Bezirksobmann Christian Lausch und Klubobfrau Daniela Lichtenecker.

Letztere hat, wie die NÖN berichtete (siehe Link oben), ihren Gemeinderatskollegen und Nachbarn Lausch bei der Polizei angezeigt, weil die beiden Hunde seiner Lebensgefährtin durch ihr Gebell im Garten immer wieder die Nachtruhe störten. Das Problem sei trotz zahlreicher Gespräche nicht in den Griff zu bringen gewesen.

„Das Gebell rundherum wird verstummen“

Zur Schlichtung des Streits hat sich für diese Woche sogar Landesparteiobmann Walter Rosenkranz angesagt. „Er will sich beide Meinungen anhören und ein Bild machen. Dann wird auch das Gebell rundherum verstummen“, sagt Scharinger, der den Ball aber flach halten will. „Zum Glück haben wir keine anderen Probleme.“

Ob es auch zu personellen Konsequenzen kommen könnte, wollte der 56-Jährige vor dem Parteitreffen nicht kommentieren. Dass er und Lausch zuletzt nicht mehr das engste Verhältnis hatten, ist kein Geheimnis. Lichtenecker genieße sein vollstes Vertrauen. Gemeinderat Sascha Bauer meint, dass die Polizei-Anzeige im Sinne der Anrainer die richtige Entscheidung gewesen sei.

An der Strategie, „auf sachlicher Basis“ ein möglichst gutes Verhältnis zur ÖVP zu pflegen, will FPÖ-Stadtrat Scharinger jedenfalls festhalten. Anders seien die eigenen Vorstellungen in Hollabrunn nicht umsetzbar. „Die Hundezone ist noch nicht so, wie wir sie uns vorstellen und ich hoffe, dass 2016 die Sanierung des Eislaufplatzes angegangen wird.“

„Es gibt immer wieder Konfliktpotenzial“

Indes halten sich hartnäckig Gerüchte, dass es in der SPÖ rumort. Es soll interne Machtkämpfe geben. Günter Schieder, den es nach Zellerndorf zieht, will als Stadtparteiobmann abdanken. Doch wer soll ihm folgen?

„Es gibt immer wieder Konfliktpotenzial. Die Frage ist, wie man damit umgeht. Wir sind dabei, das zu lösen und ich bin zuversichtlich, dass wir das auf einen positiven Weg bringen“, sagt Fraktionschef Jakob Raffel.

Große Eile sei nicht geboten, weil Günter Schieder nach wie vor in Hollabrunn wohnhaft sei. SPÖ-Bezirksobmann Werner Gössl will sich nicht einmischen und Diskussionen nicht nach außen getragen wissen. „Wir sind eine offene, freie Partei, in der jeder seine Meinung sagen kann.“


„Ich sehe keinen Handlungsbedarf“

Jakob Raffel, SPÖ-Fraktionsobmann, zu den internen Diskussionen.

NÖN: Wer wird Günter Schieder als Stadtparteichef folgen?
Raffel: Das Thema ist intern noch nicht entschieden. Es gibt zu wenige konkrete Vorschläge.

Steht auch Ihre Position infrage?
Es hat in der Partei ein eindeutiges Votum für mich gegeben. Ich sehe keinen Handlungsbedarf. Wenn sich aber eine Person anbietet, gibt es ganz klare Statuten, die einzuhalten sind. Damit hätte ich kein Problem. Das steht momentan aber nicht zur Diskussion. Ich wüsste auch nicht, wer das sein sollte.