Hollabrunn , Wien

Erstellt am 19. Juli 2017, 03:00

von Sandra Frank

Die Parlamentarier sind ausquartiert. Weil das Hohe Haus saniert wird, mussten Himmelbauer und Lausch ihre Sachen packen.

Genau fünf Jahre ist Eva-Maria Himmelbauer nun Abgeordnete zum Nationalrat. Jetzt übersiedelte sie mit ihren Habseligkeiten auf den Heldenplatz. Foto: Böck  |  Michael Böck

Der 13. Juli war ein historischer Tag. Nicht nur, weil die Regierung Neuwahlen beschloss, sondern auch, weil es die letzte Plenarsitzung im alten Parlament war. Nach 130 Jahren muss dieses umfassend saniert werden. Für die Mandatare bedeutete das, ihre Sachen zu packen.

Als die NÖN vergangenen Donnerstag das Parlament besuchte, waren die ÖVP-Räume bereits leer. Die Abgeordneten waren in ihre neue Unterkunft auf dem Heldenplatz übersiedelt. Dort befindet sich während der Bauphase auch der provisorische Sitzungssaal.

Einige Unterlagen aus dem Parlaments-Büro übersiedelte Christian Lausch nach Hollabrunn. Foto: Frank  |  Sandra Frank

„Für mich sind es im Juli genau fünf Jahre, die ich nun im Parlament bin“, sagt Hollabrunns ÖVP-Abgeordnete Eva-Maria Himmelbauer. Sie werde das historische Ambiente des Hohen Hauses zwar vermissen, freut sich aber, dass das Parlamentsgebäude auf den neuesten Stand der Technik gebracht wird.

„Ich hab‘ beim Übersiedeln ein Geschenk wiederentdeckt, das ich 2013 bekommen habe“, erzählt die 30-Jährige von einem Fundstück. Es war ein Carepaket mit Blöcken, Stiften, Hustenzuckerl und Schokolade zur Stärkung für lange Sitzungsnächte. „Das habe ich natürlich in Anspruch genommen, ich habe die Zusammenfassung für die Verwendung der einzelnen Gegenstände wieder gefunden. Es war ein wirklich nettes Geschenk.“

Die Blauen müssen zusammenrücken

„Wir übersiedeln nur auf die andere Straßenseite“, berichtet indes FPÖ-Abgeordneter Christian Lausch, dass die Freiheitlichen ihr Büro im FPÖ-Parlamentsklub in der Reichsratsstraße haben werden. „Dort ist es zwar wohnlicher, aber auch weiter zum Heldenplatz.“ Außerdem ist das Büro nur halb so groß wie das bisherige. Deswegen muss Lausch einen Teil seiner Unterlagen in der Hollabrunner Bezirksstelle der FPÖ einlagern.

Beim Ausmisten im Parlament schredderte Lausch nicht nur alte Unterlagen, es gab auch Fundstücke zum Schmunzeln, zum Beispiel: „Eine alte Setkarte aus dem Wahlkampf 2008. Da hatte ich noch nicht so viele graue Haare …“