Erstellt am 14. April 2016, 04:54

von Christoph Reiterer

Hunde büxten aus und bissen: Wer ist schuld?. Hundebesitzer aus dem Pulkautal beteuert, dass der Nachbar seine Tiere auf die Straße ließ. Frau und Mädchen verletzt.

 |  NOEN, www.BilderBox.com (www.BilderBox.com)
Ein Zwischenfall mit vier Hunden, die im Oktober 2015 aus einem Garten im Pulkautal ausgebüxt waren, beschäftigt derzeit Richter Erhard Neubauer am Bezirksgericht Hollabrunn. In der ersten Verhandlung kam es nun zu keinem Urteil. Ein Lokalaugenschein soll klären, ob der Besitzer (67) seine Sorgfaltspflicht verletzt hat.

„Ich bin sofort raus und habe die Hunde
gerufen. Die folgen ja auch.“
Der Hundebesitzer

Seine insgesamt sechs Hunde seien ordnungsgemäß verwahrt gewesen, beteuerten der Angeklagte und sein Verteidiger. „Sie sind auch nur draußen, wenn ich zuhause bin“, so der Pulkautaler. Es sei der Nachbar gewesen, der die Tiere durch ein erst zwei Wochen zuvor mit einer Plastiktafel verschlossenes Loch im Zaun rausgelassen habe.

Das Loch habe der Nachbar, zu dem es keinen Kontakt gibt, zuvor selbst gemacht. Der Angeklagte zeigte sich auch überzeugt, dass dieser die Tafel kurz vor dem Vorfall entfernt hatte.

Kurios: Der Nachbar soll selbst Angst vor den Hunden haben. Doch diese gelangten durch das Loch auf sein Grundstück, ehe er sie von dort auf die Straße gelassen haben soll.

14-Jährige erlitt Wunde in der Kniehöhle

Zwei betroffene Zeuginnen bestätigten jedenfalls, dass die Hunde plötzlich frei auf der Straße an ihnen vorbeigelaufen seien. Eine 50-Jährige wurde in den Oberschenkel und ins Gesäß gebissen. „Ich habe nach Hilfe gerufen, aber es hat mich keiner gehört.“

Eine 14-Jährige, die sich schützend vor ihren kleinen Bruder gestellt hatte, erlitt eine Wunde in der Kniehöhle und Kratzer am Oberschenkel. Beide Zeuginnen erklärten jedoch auch, dass sie noch nicht von Problemen mit den Hunden und ihrem Besitzer gehört hätten.

Der Richter bot dem Angeklagten eine Diversion an: Gegen Zahlung von 100 Euro wäre das Verfahren ohne Vorstrafe beendet gewesen. Doch das lehnte der 67-Jährige, der von seiner Unschuld überzeugt ist, ab. Im Rahmen eines Lokalaugenscheins will sich Neubauer nun ein Bild von den tatsächlichen Gegebenheiten vor Ort machen.