Erstellt am 01. Juni 2016, 06:05

von NÖN Redaktion

„Muss direkt mit Bürger reden“. Heinz K. Becker ist Abgeordneter für die Europäische Volkspartei im EU-Parlament.

Heinz K. Becker  |  NOEN, Europäische Union

Wie bewerten Sie das Image der Europäischen Union?
Heinz K. Becker: Nicht sehr befriedigend, in Österreich noch darunter. Es gelingt auch von der EU-Ebene aus nicht, die Bürger zu überzeugen, dass wir für ihre Interessen und zu einem sehr großen Teil erfolgreich arbeiten.

Haben die einzelnen Mitgliedsländer eine Teilschuld?
Becker: Leider sind die heimischen Regierungen auch nicht unterstützend, obwohl es keine EU-Entscheidungen ohne einer mehrfach vorverhandelten Zustimmung der Regierung gibt. Das fällt der Vergesslichkeit zum Opfer. Dazu kommt, dass die Geldmittel für die Europa-Information von der Regierung verwaltet werden.

Was sollte sich ändern?
Becker: Man muss in den persönlichen Kontakt mit den Bürgern treten und mit ihnen diskutieren, damit die vielen offenen Fragen, die Sorgen und auch Beschwerden offen angesprochen werden.

Wie bewerten sie das Ergebnis der Bundespräsidentenwahl?
Becker: Das war eine extreme Ohrfeige für die Regierung. Die Bürger haben ihre extreme Unzufriedenheit ausgedrückt. Doch mir gefällt der Satz aller führenden österreichischen Parteien: Das ist jetzt die letzte Chance, etwas zu verändern.

Kennen Sie die Retzer und Znaimer Gegend?
Becker: Leider nur bis Retz. Aber ich habe mir heute vorgenommen, im Sommer diese Region besser kennenzulernen.

Was halten sie von der gemeinsamen Bewerbung der Städte Retz und Znaim für die Landesausstellung 2021?
Becker: Die Verantwortlichen haben meine volle Unterstützung und auch die Unterstützung der Europäischen Union. Ich werde alles dafür tun.