Göllersdorf

Erstellt am 22. August 2016, 09:15

von Christoph Reiterer

Rauferei mit „Wüstenkönig“. Im Juni war es in der Justizanstalt Göllersdorf bei der Ausgabe von Pflegeartikeln zu einer handfesten Auseinandersetzung zweier Insassen gekommen. Die beiden Angeklagten, ein 26-Jähriger und ein 19-Jähriger, mussten sich deshalb nun am Bezirksgericht Hollabrunn verantworten.

Schauplatz der Rauferei: Die JA Göllersdorf.  |  NÖN

Der Jüngere (19) gab einen stärkeren Stoß gegen die Schulter seines Widersachers zu, weil ihn dieser weggerempelt habe. Den Vorschlag des Älteren, sich das später in der Dusche auszumachen, habe er abgelehnt.

„Er hat mir zu verstehen gegeben, dass ich ein minderwertiger Hurensohn bin und mir ins Gesicht gespuckt“, schilderte der 19-Jährige, warum er handgreiflich wurde.

„Wemma raufen wollen, gemma in die Dusche“

„Er hat kindisch herumgefuchtelt hinter mir und mir den Weg versperrt“, klang die Version des 26-Jährigen etwas anders. Er habe aber tatsächlich einen Faustschlag in den Magen abbekommen. „Weil ich gesagt habe, er soll sich verziehen.“ Verletzt sei er nicht worden. Er habe den Jüngeren danach auch beschimpft und gemeint: „Wemma raufen wollen, gemma in die Dusche.“

Die Streithähne wurden bei ihrer Auseinandersetzung allerdings beobachtet, ein Justizwachebeamter und eine Psychologin gingen dazwischen. „Sonst wäre die Sache eskaliert“, meinte die Zeugin.

Richter Erhard Neubauer sprach gegen beide schließlich eine zweimonatige Haftstrafe aus. Für die Männer bedeutet dass lediglich, dass ihre sogenannte Unterbringung in der Anstalt für geistig abnorme Rechtsbrecher für zwei Monate unterbrochen und danach nahtlos fortgesetzt wird.

Während der Ältere sofort akzeptierte, war der Jüngere gar nicht einverstanden. Er sei nämlich arabischer König einer Wüste und als solchen könne man ihn doch nicht einfach einsperren. Doch Neubauer klärte den 19-Jährigen auf, dass auch Könige in Österreich eingesperrt werden, wenn sie hier etwas anstellen.