Erstellt am 13. Mai 2016, 04:54

von Christoph Reiterer

Kaffee in Salzburg wurde zur Eskapade .... Die spontane Idee, zu dritt auf einen Kaffee nach Salzburg zu fahren, kam einem 35-Jährigen nun recht teuer zu stehen.

 |  NOEN, Valentyn Volkov/Shutterstock.com

„Wir sind auf einen Kaffee nach Salzburg gefahren“, sagte der Angeklagte (35) am Bezirksgericht Hollabrunn und sorgte damit selbst bei Richter Erhard Neubauer für schmunzelndes Kopfschütteln.

Der Fahrer war nüchtern – die Mitfahrer nicht ...

Das Ergebnis dieser ungewöhnlichen und feuchten Tour war weniger fröhlich: ein durch einen heftigen Fußtritt beschädigtes Auto und ein Streit um drei geklaute Bierdosen.

Die gloriose Idee entstand jedenfalls in Retz. Der Fahrer war nüchtern, wie dieser im Zeugenstand beteuerte. Doch seine beiden Mitfahrer, der 35-Jährige sowie eine 39-Jährige, hatten reichlich getankt.

„Die ganze Palette Bier haben s‘ mir ausgesoffen. Auf einer Tankstelle haben sie sich noch Schnaps gekauft“, beklagte der Lenker sich, der vom 35-Jährigen während der Fahrt noch dazu ständig gestört und geärgert worden sei.

„Er hat gesponnen und wollte mich dreschen“

„Ich bin schon hinten auf der Sitzbank g‘legen“, wollte die 39-Jährige davon nichts mitbekommen haben. Irgendwann in den frühen Morgenstunden, gegen 3 Uhr, endete die Odyssee dann tatsächlich in der Mozartstadt. Die beiden Mitfahrer hatten aber gar keine Lust mehr, sich dort aufzuhalten und ließen sich zum Hauptbahnhof bringen, um per Bahn gleich wieder nach Hause zu fahren.

„Sie haben gesponnen und mir die restlichen Bier gefladert“, schilderte der Fahrer, der gerade selbst eine Entwöhnung macht. Die Meinungsverschiedenheit drohte zu eskalieren. „Er hat mir die hintere Tür vom Auto eingetreten und wollte mich dreschen.“

Schließlich trennte man sich ohne Handgreiflichkeiten. Der Fahrer blieb in Salzburg, den Schaden am Auto beziffert er mit 400 Euro. Diesen muss der Angeklagte nun gutmachen. Der Richter verhängte über den geständigen Mann außerdem eine Geldbuße über 670 Euro. „Die Bierdosen schenk‘ ich ihm“, zeigte sich das Opfer gnädig.