Mitterretzbach

Erstellt am 19. Juli 2017, 05:05

von Karin Widhalm

Retzbach kauft Ex-Zollhaus: Für „Haus der Geschichte“?. Gemeinderat gab Zustimmung für den Erwerb in der Höhe von 80.000 Euro. Ein „Haus der Geschichte“ könnte entstehen.

Manfred Nigl und Alois Binder werden nach Vertragsabschluss den Schlüssel in ihren Händen halten.Widhalm  |  Karin Widhalm

Als im Raum stand, dass unbegleitete minderjährige Flüchtlinge ins frühere Zollhaus ziehen könnten, ist ein Gedanke richtig „schlagend“ geworden: Die Gemeinde könnte doch das Gebäude kaufen, erinnert sich Bürgermeister Manfred Nigl an den Sommer des Vorjahres (siehe auch Seite 4). Der Vertrag dafür steht jetzt.

Die Verhandlungen mit der Bundesimmobiliengesellschaft (BIG) als Besitzer sind unter Dach und Fach gebracht. Nur Kaufvertragsdetails müssten noch besprochen werden, so Vizebürgermeister Alois Binder. Der Gemeinderat gab seine Zustimmung für den Erwerb: 80.000 Euro bringt Retzbach dafür aus Eigenmitteln auf.

Grenzgeschichte könnte thematisiert werden

Die BIG stellt als Bedingung, dass das Haus künftig der Allgemeinheit zur Verfügung stehen soll. Die Gemeinde will es für die geplante Landesausstellung 2021 nutzen: Die Regionen rund um Retz und Znaim streben eine Bewerbung an. Ideen sind vorhanden.

Die Grenzgeschichte mit Kriegszeiten, Eisernem Vorhang und den damit verbundenen Resten wie Bunker oder auch dem Jüdischen Friedhof als Mosaikstein in der regionalen Historie könnte thematisiert werden. Das habe Schriftsteller Peter Turrini vorgeschlagen, berichtet Nigl.

Ein „Haus der Geschichte“ halten Anna Malleier-Obermair und Joachim Malleier aus Obermarkersdorf für eine gesunde Grenzbeziehung sogar für essenziell. Ein „Friedenshaus“ als Treffpunkt für Österreicher und Tschechen könnte in Mitterretzbach entstehen. Die Vorschläge sind ganz nach dem Geschmack des Bürgermeisters. Dennoch: „Wir müssen aufpassen, wie wir das alles finanzieren und am Laufen halten.“

Das Haus ist jedenfalls in einem „Top-Zustand“: „Die Mauern sind massiv und von Grund auf trocken“, so Nigl. Die Fenster und das Dach wurden erst renoviert. Das Haus mit 700 Quadratmeter Wohnfläche ist teilweise unterkellert. Fünf Garagen und Nebengebäude aus Holz im hinteren Bereich gehören dazu. Die Gesamtfläche des Grundes umfasst 2.200 Quadratmeter.