Erstellt am 26. Februar 2016, 05:54

von Christian Pfeiffer

Kein Mangel, noch nicht. Gebietskrankenkasse sieht keine Probleme bei Versorgung und Nachbesetzung, Ärzteschaft hingegen schon.

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Vorderhand sind sich die NÖ Gebietskrankenkasse und Bezirksärztevertreter Günther Nics einig. „Derzeit sind im Bezirk alle Planstellen besetzt“, so der Radiologe Nics oder wie es Barbara Mann von der NÖGKK ausdrückt: „Von einem Ärztemangel im niedergelassenen Bereich ist bei uns im Land nichts zu spüren.“

Nics fügt dem aber hinzu: „Natürlich ist ein Stellenplan, wie alle gesteuerten Instrumente, ein träges Instrument, dass kurzfristige Bedürfnisse oft nicht ausreichend befriedigt.“ Seine Conclusio daraus lautet: „Wenn es in Zukunft einen Ärztemangel gibt, dann betrifft dies in erster Linie die niedergelassenen Allgemeinmediziner.“

Dieser pessimistischen Sicht kann sich die NÖGKK nicht anschließen und sieht sich für die Zukunft ausreichend gesichert. „Wir haben bereits vor Jahren begonnen, gezielte Maßnahmen zu setzen, die das geänderte Rollenbild und die geänderten Lebenskonzepte unserer Ärzteschaft berücksichtigen“, so Sprecherin Mann.

Bezirksärztevertreter sieht Verschlechterung

Nics zählt hingegen gleich sechs Gründe auf, warum die Maßnahmen der NÖGKK nicht greifen. Dabei führt er vehement die sich verschlechternde Ausbildungssituation der Studierenden ins Treffen; aber auch „strukturelle Rahmenbedingungen mit Bevölkerungsschwund und Strukturverlust in Landgemeinden und somit wirtschaftlich schwierige Rahmenbedingungen“ führt er an.

Ungeachtet dessen spricht die NÖGKK davon, dass „wir gemeinsam mit der Ärztekammer Rahmenbedingungen geschaffen haben, die der Lebenswirklichkeit junger Ärzte entsprechen“. Die aus Sicht der NÖGKK logische Konsequenz: „Wir haben so gut wie keine Probleme, alle diese Stellen zu besetzen!“

Dem widerspricht allerdings eine Aussendung des Präsidenten der NÖ Ärztekammer, Christoph Reisner: „Von 15 offenen Stellen für Allgemeinmediziner gab es nur für fünf Stellen interessierte Ärzte.“