Erstellt am 04. Februar 2016, 05:58

von Christian Pfeiffer

„Kleiner Horrorladen“ mit 100 Prozent Herzblut. HLW Hollabrunn macht Musical und das so liebevoll und engagiert, dass der tosende Applaus mehr als verdient war, auch weil das Ergebnis voll und ganz überzeugte.

Rudolf Sperber hatte in seiner Rolle als »Mr. Mushnik« sichtlich Spaß. Die »Girls« Birgit Trauner, Stefanie Hausgnost, Lisa Langschwert & Bianca Rogi hatten ein Riesenprogramm an Spiel, Gesang und Tanz zu absolvieren.  |  NOEN, Pfeiffer

Für gewöhnlich würde der Musikunterricht in einer HLW wohl als „Orchideenfach“ sein Dasein fristen. Nicht jedoch in der von Leopold Mayer geleiteten Schule und bei dem Unterricht, den Michael Wirthner gestaltet.

Das Ergebnis des Engagements war vor Kurzem im Stadtsaal zu sehen: „Der kleine Horrorladen“, ein Musical-Klassiker aus dem Jahr 1982.

Viele kleine und feine Details

Ort der Handlung ist der kleine Blumenladen von „Mr. Mushnik“ (Rudolf Sperber mit viel Energie und Spaß bei der Sache), der ob des schleppenden Geschäfts kurz vor der Schließung steht. Da taucht Mitarbeiter Seymour (glänzend in seiner berührenden Naivität Christian Seidl) mit einer sehr speziellen Pflanze auf.

„Audrey II“, wie Seymour das seltsame Gewächs nennt, entpuppt sich schnell als Publikumshit. Audrey (Viktoria Kneissl, die in jeder Hinsicht überzeugte), die Namensgeberin der Pflanze, träumt daraufhin von ihrem großen kleinen Glück mit Seymour.

Doch die Pflanze ist keineswegs harmlos, denn sie ernährt sich von Blut beziehungsweise Menschen als Ganzes. Das lässt „Audrey II“ immer übermächtiger und gefährlicher werden, bis Audrey und Seymour selbst Opfer des Fleischfressers werden.

Viel beschäftigt bei dem Musical ist der Theater-Chor, bestehend aus Birgit Trauner, Stefanie Hausgnost, Lisa Langschwert & Bianca Rogi. Die vier jungen Damen schlüpfen in verschiedenste Rollen und müssen sowohl singen als auch tanzen und spielen. Die Rolle der ausgewachsenen „Audrey II“ ließ sich Wirthner, der auch Musical studierte, nicht entgehen.

Die vielen kleinen und feinen Details des Bühnenbilds und der Regie rundeten den Eindruck eines höchst sympathischen und gelungenen Abends ab.