Erstellt am 16. Oktober 2015, 06:02

von Franz Enzmann und Sandra Frank

Kleinere Ernte, aber „Wahnsinnsqualität“. Die Lese ist abgeschlossen, der neue Jahrgang wird süß, fruchtig. Die Bedingungen waren für die Traubenernte optimal.

Lisi Dötzl-Strobl und ihre Tochter Nadine haben die Traubenernte abgeschlossen. Die beiden Winzerinnen lesen alles mit der Hand. »Das ist für die Weinstöcke schonender.« Foto: Enzmann  |  NOEN, Franz Enzmann
„Im Gegensatz zu letztem Jahr ist es heuer einfacher für die Winzer“, weiß Bauernkammerobmann Fritz Schechtner, dass es die Weinbauern des Bezirks heuer mit optimalen Bedingungen für den Wein zu tun haben.

Die Lese ist zum Großteil abgeschlossen. Die Winzer sind sich einig: Der Jahrgang 2015 besticht durch eine einzigartige Qualität.

„Es sind richtige Fruchtbomben“

„Es ist eine sehr kleine Ernte, aber qualitativ ein Wahnsinn“, berichtet Winzer Martin Mitterhauser aus Puch. Klein deswegen, weil die Rieden des Weinbauern im März dem Hagel zum Opfer fielen.

Wie sich herausstellte, war diese natürliche Ausdünnung – durchschnittlich zerstörte der Hagel in Mitterhausers Weingärten ein Viertel der Trauben – goldrichtig. Zumindest, was die Qualität angeht. Denn dadurch, dass der Rebstock im extrem heißen Sommer weniger Trauben versorgen musste, habe er keinen Trockenstress gehabt, weiß Mitterhauser.

Wie wird der Jahrgang 2015 schmecken? „Es sind richtige Fruchtbomben“, beschreibt der Pucher die Weine. „Wie man in die Frucht hineinbeißt, genauso wird der Wein.“ Mitterhauser produziert seit 1999 selbst Wein und ist sicher: „So einen Jahrgang habe ich noch nie gehabt.“

„Wir lesen nur von Hand“

Die Haugsdorfer Winzerin Lisi Dötzl-Strobl und ihre 19-jährige Tochter Nadine bewirtschaften einen neun Hektar großen Betrieb. In ihrem kleinen Familienunternehmen ist die Traubenlese ebenfalls abgeschlossen. „Wir lesen nur von Hand, weil dies für die Weinstöcke schonender ist“, sagt die Winzerin. Außerdem könne so das Aussondern von kranken oder schlechten Trauben bereits im Weingarten geschehen.

Die Erträge waren heuer eher durchschnittlich bis gut, sagt Dötzl-Strobl. Dafür weisen die Trauben aber eine hohe Qualität auf. Die Zuckergrade schwankten zwischen 17 und 22 Grad Klosterneuburger Mostwaage (KMW) – also sehr hoch.

Die lange Trockenperiode haben die Weinstöcke durch die Niederschläge im August gut überstanden, weiß die Winzerin. „Es wird ein ausgesprochen guter Jahrgang. Wir können uns schon auf ein hervorragendes Tröpferl freuen“, ist die Haugsdorferin sicher.