Erstellt am 07. Oktober 2015, 06:07

von Christoph Reiterer

Ein bisschen zu eigenständig ... ?. Christoph Reiterer über die große Krise in der SPÖ Hollabrunn.

„Das hatten wir noch nicht.“ Selbst Stadtamtsdirektor Franz Stockinger war erstaunt über die SPÖ-interne Abberufung von Stadtrat Jakob Raffel und der Ausschussvorsitzenden Claudia Öller, die ihm überbracht wurde.

Doch rechtlich sei alles klar und somit scheinen die Tage von Jakob Raffel als Stadtrat gezählt.



Denn selbst wenn es der SPÖ-Parteispitze jetzt noch kurzfristig gelingen sollte, die Revoluzzer zu bekehren, oder wenn diese aus der Partei eliminiert werden: Es muss eine neue Stadtratswahl geben und es ist unwahrscheinlich, dass Raffel eine Mehrheit bekommt.

Seine Beliebtheit im Gremium ist überschaubar, was auch die Tatsache beweist, dass ihm der Bürgermeister mangels Vertrauens kein Ressort zugewiesen hat.

So gesehen wäre die als Nachfolgerin gehandelte Elke Stifter, die auch gleich Öllers Ausschussvorsitz übernehmen soll, sicher ein Gewinn für die Gemeinde. Für die SPÖ ist das alles freilich ein Fiasko. Der Kurs von Bezirkschef Werner Gössl, weg vom strikten Parteiapparat hin zu „eigenständigen, selbstständigen Persönlichkeiten“, hat die Partei in ungeahnte Turbulenzen gebracht.