Erstellt am 27. April 2016, 05:14

von Christoph Reiterer

Im Prinzip geht es ums Prinzip. Christoph Reiterer über den Aufschrei des Behindertenbesuchsdienstes.

Er schäme sich für sein Land und spricht vom Eindruck der „Sozialen Säuberung“: Es ist schon starker Tobak, den Franz Holzschuh aus Traismauer als Betroffener hier loslässt.

Seiner Empörung, dass Finanzamt und Gewerbebehörde nun dem Behindertenbesuchsdienst auf die Pelle rücken, lässt er freien Lauf. Bei einem Treffen in Retz hätte ein Großteil der etwa 50 anwesenden Besuchsdienstleistenden des Bezirks Hollabrunn angekündigt, das Engagement zu beenden.

Natürlich geht‘s ums Geld; um die Entschädigungen, die die Besuchsdienstleistenden bekommen, die aber ohnehin nie und nimmer kostendeckend seien, weil‘s für An- und Abfahrt sowieso kein Geld gibt und die Konsumation beim Essengehen meist ohnehin aus der eigenen Tasche bezahlt werde.

Holzschuh geht‘s also gar nicht um etwaige Nachzahlungen, sondern vielmehr um den bürokratischen Schuss in den Ofen, der die Betroffenen verschreckt. Willkommen im Klub! Das erinnert irgendwie an die Registrierkassenpflicht und die darunter Leidenden.

Regeln müsste es jene Politik, die bei der Präsidentenwahl gerade kolossal abgestraft wurde.