Erstellt am 18. Oktober 2015, 17:25

von Thomas Werth

Krebskranker Hund herzlos ausgesetzt. Schwerkranke „Mimi“ dürfte Besitzer zu teuer geworden sein. Zudem: Verkauf eines stark geschwächten Welpen aufgeflogen.

»Mimi« leidet an einem unheilbaren Tumor und hat wohl nur mehr wenige Monate zu leben. Sie wurde vermutlich deshalb ausgesetzt. Mitarbeiter des Tierheims kümmerten sich um den Hund und sicherten ihm einen Betreuungsplatz. Foto: privat  |  NOEN, privat

Wie herzlos kann man sein? In Watzelsdorf (Hollabrunn) wurde in der Vorwoche ein herrenloser, frei herumlaufender Hund von einem Mann entdeckt. Er alarmierte den Kremser Tierschutzverein.

Dieser brachte – bereits in schlimmer Vorahnung – „Mimi“ sofort zum Tierarzt. Dort wurde festgestellt: Der Terrier-Mischling leidet an einem unheilbaren Krebs, einem Mamma-Tumor in der Gesäugeleiste, und hat wohl nur mehr wenige Monate zu leben.

„Es hätte noch Hilfe für ,Mimi‘ geben können“

Obfrau Nina Zinn-Zinnenburg: „Vermutlich wurde sie von ihrem Besitzer ausgesetzt, um sich die Kosten für die medizinische Versorgung zu sparen.“

Der Tumor sei schließlich bereits auch für einen Laien erkennbar. „Wäre der Besitzer mit ,Mimi‘ rechtzeitig zum Tierarzt gegangen, hätte es noch Hilfe für sie geben können“, bedauert Zinn-Zinnenburg. „Mimi“ wird ihr restliches Leben in einem Hundehospiz im Kamptal verbringen.

Dies war allerdings nicht der einzige erschreckende Fall, mit dem der Tierschutzverein in den vergangenen Tagen konfrontiert wurde.

Leute wollten Welpe in Innenstadt verkaufen

So kümmern sich die Mitarbeiter derzeit auch um einen jungen Malteser, der Ausländern in der Kremser Innenstadt abgenommen wurde – sie wollten den stark geschwächten Welpen verkaufen.

Eine Frau hat diese allerdings angezeigt, der Amtstierarzt hat ihnen den Hund abgenommen. Im Tierheim wurde ihm sofort eine Infusion verabreicht. „Wir hatten Angst, dass er nicht überlebt“, schildert Zinn-Zinnenburg. Der Zustand des fünf Monate alten Hundes hat sich aber seither stark gebessert, Zinn-Zinnenburg ist zuversichtlich, dass er bald ein neues Zuhause erhalten kann.

Im Bründlgraben wurde zudem ein verletztes, flugunfähiges Sperber-Weibchen gefunden, die verständigte Tierrettung kümmerte sich um den Greifvogel. Der Gföhler Tierarzt Ingo Mai versorgte die Verletzung (ein alter Bruch der linken Schwinge), im Anschluss wurde das Tier zur Wildtierstation von Alois Sisa in Dross gebracht. „Es ist leider nicht abschätzbar, ob der Vogel wieder fliegen können wird“, äußerte sich der Experte.