Erstellt am 12. November 2015, 11:48

von Karin Widhalm

Kritik, Pläne und ein Plädoyer. Hofer-Liste hinterfragt Kostenumgang, will schönere Grünräume und das Band zu Znaim stärken.

„Wir für Retz“ mit (v.l.): Felix Wiklicky, Selina Siller, Walter Fallheier, Michael Mazelle, Michaela Pabst, Karl Breitenfelder, Herbert Presler, Franz Neubauer, Günter Bauer und Florian Walchhütter. Günther Hofer musste einen Wirtschaftskammer-Termin wahrnehmen. Foto: Wir für Retz  |  NOEN, Wir für Retz

„Wir für Retz“ hat wieder ins Schlossgasthaus geladen: Die Mitglieder der Liste erklären in den regelmäßigen Bürgergesprächen ihre Sichtweise zu politischen Entwicklungen und äußern Kritik. Die Anwesenden haben im zweiten Teil der Veranstaltung die Gelegenheit, Fragen zu stellen.

„Haben keine richtige Kostenaufstellung gesehen“

Das Trinkwasser war eines der großen Themen: Stadtrat Walter Fallheier und Michael Mazelle nahmen dazu Stellung (siehe Seite 31 der dieswöchigen Hollabrunner NÖN-Printausgabe).

Selina Siller erzählte im Anschluss, dass die Liste mit der Platzschaffung für die siebente Kindergartengruppe der Großgemeinde unzufrieden war – die NÖN berichtete:

„Wir haben im Ausschuss keine richtige Kostenaufstellung gesehen“, kritisiert die Gemeinderätin, die Mitglied im Kindergartenausschuss ist. Die Schätzung von 20.000 bis 40.000 Euro werde im Nachtragsvoranschlag überschritten.

Michaela Pabst hat sich für den Grünraum einiges vorgenommen, wobei sie mit Erschwernissen zu kämpfen hat. „Wir wissen bis heute nicht, wie viele Grasflächen es gibt“, erklärt die Schriftführerin im Ausschuss für Grünanlagen. Licht ins Dunkel soll nun mithilfe des Maschinenrings gebracht werden.

Pabst will den Friedhof erneuern lassen und die Idee der Baumpatenschaften (wie beim Projekt „Freundeskreis RETZNOJMO“) ausweiten. Sie möchte das Baumkonzept wieder aufgreifen und eine Verschönerung des Stadtwalls zuwege bringen. Man arbeite hierbei mit Landschaftsplanerin Christine Rottenbacher zusammen.

Ein Retzer hatte zum Thema „Baum“ einiges zu sagen (siehe links). Eine Obernalberin fragte, ob Glyphosat (möglicherweise krebserregend) zur Unkrautvernichtung eingesetzt wird. Pabst erklärt, dass das im Ausschuss diskutiert wurde. „Die Mehrheit meinte: Wir werden uns bemühen, aber es ist nicht immer möglich.“

Allianz mit Tschechien: „Chance für Tourismus“

Listenmitglied Franz Neubauer hielt ein Plädoyer, das Miteinander mit „unseren tschechischen Freunden“ zu stärken, nicht nur mithilfe der Landesausstellung 2021. Bei monatlichen Treffen mit den Tschechen werde stets erörtert, dass gerade im Tourismus „viel zu machen“ sei. Die Tschechen würden bedauern, dass die Bahnstrecke zwischen Zellerndorf und Sigmundsherberg „brach liegt“. Das wäre eine Verbindung bis in die Wachau.

Neubauer fügt hinzu, dass es seit der 1871 erbauten Nordwestbahn „keine nennenswerte Investition“ in der Infrastruktur gegeben hat. Die Errichtung feiert 2021 ihr 150-jähriges Jubiläum. Gerade in der Infrastruktur „ist sehr, sehr viel zu machen“.

Gemeinderat Karl Breitenfelder referierte über das Budget: Beim Nachtragsvoranschlag „ist die Stadt sehr kreativ“, meinte er. Die Kosten sollten genauer vorgeplant werden.

Die Stadtplanung und die Verkehrswege seien derzeit „ein Stiefkind“: Bisher bleibt es beim Plan, dass Busparkplätze vom „Alten Sportplatz“ zur Park & Ride-Anlage wechseln. Der Ausschuss für Stadtplanung habe zudem seit der Gemeinderatswahl kein einziges Mal getagt, dabei ist gerade dieser Bereich herausfordernd und arbeitsreich.

Breitenfelder verwies darauf, dass er als Gemeinderat wenig Einsicht in die Althof-Errichtungsgesellschaft habe: „Ohne den Willen des Geschäftsführers und des Bürgermeisters geht nichts.“

Der Ball lag dann bei den Bürgern: Sie wünschten sich ein Videoarchiv im Museum (Fallheier: „Tolle Idee!“) und eine Hundezone (Günter Bauer: „Da kann ich nur sagen: Ohne Geld ka Musik.“).

Sie stellten Fragen über die Schülerlotsen (siehe rechts), das Breitband-Netz (Breitenfelder: „Ist ein großes Thema. Wir arbeiten daran.“) und über barrierefreie Gehwege (Breitenfelder: „2016 gibt‘s ein großes Budget dafür. Wir werden uns bemühen, das möglichst barrierefrei zu machen.“). Die Liste wurde auf Gefahrenstellen für Radfahrer in Retz aufmerksam gemacht. „Das ist sicher zum Aufgreifen“, so Breitenfelder.

Das nächste Bürgergespräch findet am 15. März statt.