Erstellt am 07. Mai 2016, 05:14

von NÖN Redaktion

Kultur ohne Zäune. In einer Zeit wie dieser betrachtet Intendant Alexander Löffler das Motto „Offene Grenzen“ als wichtiger und brisanter denn je.

Partner in Sachen kultureller Verständigung dies- und jenseits der Grenzen bei der Programm-Präsentation in Wien: Alexander Löffler, Adam Plachetka, Jirri Ludvík und Monika Steiner. Foto: Festival Retz/Claudia Prieler  |  NOEN, Festival Retz/Claudia Prieler

Im Rahmen einer Pressekonferenz präsentierten am vergangenen Donnerstagnachmittag Alexander Löffler, künstlerischer Leiter des Festivals Retz, Regisseurin Monika Steiner, Jiøi Ludvík, Präsident des Hudební Festivals Znojmo und Adam Plachetka, Bariton in der Titelpartie des Hudební Festivals Znojmo, das Programm des Literatur- und Konzertfestivals, das diesen Sommer von 7. bis 24. Juli in Retz über die Bühne gehen wird.

„In einer Zeit, in der überall die Euphorie über ein geeintes Europa verblasst und aufs Neue Grenzzäune errichtet werden, sucht das Festival Retz gemeinsam mit seinem Partner, dem Hudební Festival Znojmo, nach dem Verbindenden“, so Alexander Löffler, der künstlerische Leiter des Festivals in Retz.

„Das Verbindende in einem geeinten Europa“

„Wir haben uns entschlossen, unsere Zusammenarbeit weiter zu intensivieren, nun auch neu mit dem renommierten Festival ‚Concentus Moraviae‘. Das Ergebnis sind sieben gemeinsame Veranstaltungen dies- und jenseits der österreichisch-tschechischen Grenze“, so Alexander Löffler selbstbewusst.

Beginnend mit einem Gastkonzert des „Concentus Moraviae“ in Retz und darauffolgend die bewährte Festivalpartnerschaft Retz-Znojmo, in deren Rahmen auch erstmals ein grenzüberschreitendes Abonnement für einen dreiteiligen Konzertzyklus von Pavel Sporcl angeboten wird.

Im Zentrum des Festivals in Retz steht mit der Aufführung einer Kirchenoper auch diesen Sommer ein Genre, das in der österreichischen Kulturlandschaft einzigartig ist. „Jephtha“, ein Meisterwerk barocker Sakralmusik von Georg Friedrich Händel, feiert am 7. Juli um 19.30 Uhr Premiere in der Stadtpfarrkirche St. Stephan.

Die Titelpartie im Oratorium übernimmt Daniel Johannsen, nach Angaben des Festivals einer der gefragtesten Sänger sakraler Musik Europas. Als Jephthas Tochter wurde Bernarda Bobro angekündigt, die unter dem Dirigat Nikolaus Harnoncourts bei den Salzburger Festspielen oder als Pamina in Mozarts „Die Zauberflöte“ auf der Seebühne Bregenz zu hören war.

Darüber hinaus präsentiert das Festival ein hochkarätiges Literatur- und Konzertprogramm. Im Fokus der Betrachtungen steht das Beziehungsgeflecht Gott-Mensch-Religion, die daraus erwachsenden Trennlinien, aber auch das Gemeinsame. Das Publikum darf sich unter anderem auf Lesungen von Deborah Feldmann, Katharina Winkler, Norbert Gstrein sowie Michael Köhlmeier und Konrad Paul Liessmann freuen.