Erstellt am 20. Juli 2016, 04:00

von Christoph Reiterer

S 3-Ausbau: „Herr Rehm will zurück an Start“. Während die Region weiter um den baldigen Ausbau der S 3 bis Guntersdorf bangen muss, findet Umweltschützer Wolfgang Rehm die Vorwürfe von Wullersdofs Bürgermeister Richard Hogl „nicht ganz fair“.

„Wir sind nicht die Hartherzigen“, sagt Wolfgang Rehm.  |  privat

Dieser wiederum will sich weitere persönliche Kommentare sparen, da der Sprecher der Umweltorganisation „VIRUS“ den Verkehr auf der B 303 untertags für erträglich halte.

Noch im Frühjahr hatten sich die betroffenen Bürgermeister zuversichtlich gezeigt, dass der S3-Ausbau in diesem Jahr gestartet werden kann. Diese Zuversicht ist nun der Tatsache gewichen, dass im Oktober erst die VIRUS-Einsprüche verhandelt werden müssen. Dass Hogl beim Kopf der Organisation, Wolfgang Rehm, „sehr wenig Verständnis für die leidgeplagte Bevölkerung“ ortete, stört den Marchfelder.

Er habe ein langes Gespräch mit Hogl geführt und in Hinsicht auf die Belastung der Bevölkerung habe er dem Politiker dringend empfohlen, sich an das Land Niederösterreich zu wenden und dort seine Kontakte als Abgeordneter zu nützen. „Das jetzt so darzustellen, als wäre uns das egal, ist ein bisschen unfair“, sagt Rehm.

Hält jedes weitere Gespräch mit Rehm für überflüssig: Richard Hogl.  |  BVZ

Es gäbe eine ganze Palette kurzfristiger Maßnahmen, die das Land setzen könnte, um die Not der Anrainer zu lindern. „Es soll nicht der Eindruck entstehen, dass uns das wurscht ist. Dass wir die Desinteressierten und Hartherzigen sind, entspricht nicht den Tatsachen“, so der VIRUS-Sprecher, der das Ausbauprojekt in dieser Form nicht für realisierbar hält, denn es habe kein Bundesschnellstraßenniveau. Es gebe aber auch Planungsmängel, die einer Genehmigung nicht auf Dauer entgegenstehen.

Während Rehm also nicht der Sündenbock sein will, hält Hogl jedes weitere Gespräch für überflüssig – „da Herr Rehm einen Standpunkt einnimmt, nach dem die S 3 in der Form nicht gebaut werden dürfte“. Das wäre quasi ein „Zurück an den Start“. „Laut seiner Meinung müsste das Projekt neu verhandelt und vom Land gebaut werden, nicht vom Bund.“

Die Maßnahme, die Rehm vorgeschlagen habe, wäre ein Lkw-Fahrverbot in der Nacht durch Grund, Guntersdorf, Schöngrabern und Suttenbrunn – „während des Tages, so sein Kommentar, sei der Verkehr durchaus erträglich“, schüttelt Hogl den Kopf.

Pröll-Delegation auf Besuch in Tschechien

Während es hier also verhärtete Fronten gibt, war eine Delegation rund um Landeshauptmann Erwin Pröll am Montag beim tschechischen Verkehrsminister. Man zeigte sich zuversichtlich, dass die Einsprüche zum S 3-Projekt im Herbst vom Tisch sind und die Nachbarn betonten ihrerseits, den Straßenausbau bis Znojmo und weiter nach Jihlava (Iglau) vorantreiben zu wollen.