Retz , Hollabrunn

Erstellt am 05. April 2017, 04:04

von Sandra Frank

Starttermin für S 3: „Es geht ins Finale“. Der 6. Juni wird ein historischer Tag: Dann beginnen die Bauarbeiten der Erweiterung der S 3 von Hollabrunn bis Guntersdorf.

Ihr letzter gemeinsamer Auftritt war einer, der für die Region viel bedeutet: Landeshauptmann Erwin Pröll und Alois Schedl gaben den Startschuss für den Ausbau der S 3. Alle Bescheide sind positiv und rechtskräftig.  |  NOEN

„Eine unendlich lange Geschichte geht ins Finale.“ Das verkündete der scheidende Landeshauptmann Erwin Pröll am Montagvormittag bei einer Pressekonferenz im Hollabrunner Stadtsaal. Damit gemeint war der Ausbau der Schnellstraße S 3 von Hollabrunn nach Guntersdorf.

Der Startschuss ist gefallen, die Weinviertler Schnellstraße wird ausgebaut. Wilfried Hammer, Bürgermeister Roland Weber (Guntersdorf), Landtagsabgeordneter und Bürgermeister Richard Hogl (Wullersdorf), Landeshauptmann Erwin Pröll, Asfinag-Vorstand Alois Schedl, Bürgermeister Erwin Bernreiter (Hollabrunn) und Nationalratsabgeordnete Eva-Maria Himmelbauer (v.l.) sind erfreut, dass im Juni mit dem Streckenabschnitt Hollabrunn – Guntersdorf begonnen werden wird. Foto: Sandra Frank  |  NOEN, Sandra Frank

„Es ist ein toller Tag für die Asfinag: Alle Bescheide sind positiv und rechtskräftig. Wir können im Juni mit dem ersten Baulos beginnen“, gab Asfinag-Vorstand Alois Schedl den Startschuss für den lang ersehnten Bau. Konkret wird am 6. Juni mit zwei Brücken über der Nordwestbahn im Bereich von Wullersdorf begonnen.

„Es wird viel Geld investiert, aber es ist gut investiertes Geld“, weiß Schedl. Die Fahrzeit der Pendler werde sich deutlich verkürzen, die Anbindung nach Wien und St. Pölten werde ebenfalls klar verbessert. Als Fertigstellungstermin nennt er das Frühjahr 2020. Ein Drittel der benötigten Flächen sei bereits eingelöst. „In den nächsten Monaten wird es intensive Gespräche geben, damit wir bis zum Baubeginn im Juni alles eingelöst haben.“

Diese Erweiterung sei ein Projekt, das viele Umweltmaßnahmen beinhalte, betonte Schedl. So werden etwa Grünbrücken und Lärmschutzwälle errichtet.

„Ortsdurchfahrtsfreie Verbindung von Wien nach Retz“

 Der Ausbau der S 3 habe ihn während seiner ganzen Zeit als Landeshauptmann begleitet, so Pröll. „Darum bin ich froh, dass wenige Tage, bevor ich das Amt als Landeshauptmann übergebe und den Straßenbau verlasse, das Projekt ins Finale geht.“ Der Ausbau erhöhe die Sicherheit der Verkehrsteilnehmer – in den vergangenen fünf Jahren gab es auf der Strecke 54 Unfälle mit Personenschaden, 81 Verletzte und fünf Tote – und sorge für eine Steigerung der Lebensqualität.

Durch einen Ausbau des Straßennetzes werde die Wirtschaft in den Regionen belebt. Wenn die Spange Hollabrunn – Guntersdorf fertiggestellt ist, „dann haben wir eine ortsdurchfahrtsfreie Verbindung von Wien nach Retz“.

Der Landeshauptmann betonte, dass die S 3 auch eine wichtige internationale Anbindung sei, denn die Weinviertler Schnellstraße ist neben der Nordautobahn das zweite wichtige Straßenprojekt, welches „uns mit dem Norden verbindet“. Entsprechende Anschlüsse auf tschechischer Seite seien im Laufen.

Es war dem Landeshauptmann ein großes Anliegen, sich bei den Beteiligten, die sich seit Jahrzehnten für den Ausbau stark machten, „aus vollem Herzen“ zu bedanken. Allen voran bei den Bürgermeistern der betroffenen Orte und den Abgeordneten, die mit einigem Gegenwind zu kämpfen hatten. Prölls Dank galt aber auch der Bürgerinitiative, die mit Sprecher Wilfried Hammer bei der Pressekonferenz vertreten war. „Es ist ein seltenes Phänomen, dass sich eine Bürgerinitiative für etwas ausspricht und nicht gegen etwas.“

Dass die Asfinag in all den Jahren als verlässlicher Partner aufgetreten sei, dafür bedankte sich Pröll ebenfalls. „Das ist unser letzter gemeinsamer Auftritt, wir salutieren beide ab“, sagte er mit Blick zu Alois Schedl.