Erstellt am 22. September 2015, 09:02

von Sandra Frank und Christoph Reiterer

Land um Hollabrunn wird aufgelöst. Die Kleinregion „LuH“ ist bald Geschichte. Stadtmarketing soll Aufgaben übernehmen.

Ein einzigartiger Schnappschuss: Das Regionenfest 2008 stand unter dem Motto »Märchen«. Der damalige Geschäftsführer Didi Jäger (vorne, l.), seine »Nummer zwei«, Schneewittchen Judith Loyer und die damaligen Bürgermeister Ignaz Pimberger (vorne, r.), Herbert Leeb, Josef Reinwein, Werner Gössl, Helmut Wunderl und Günther Bradac warfen sich fürs NÖN-Foto in Zwergen-Schale. Foto: Archiv  |  NOEN, Archiv

„Alle drei Gemeinden haben die Auflösung des Vereins Land um Hollabrunn auf der Tagesordnung“, bestätigt Obmann Herbert Leeb die Nachricht um das Ende der Kleinregion Land um Hollabrunn (LuH). Somit ist ihr Ablaufdatum besiegelt, der Verein wird mit Jahresende Geschichte sein.



Zu Beginn gehörten dem Verein sechs Gemeinden – Grabern, Guntersdorf, Göllersdorf, Hollabrunn, Nappersdorf-Kammersdorf und Wullersdorf – an. Mit dem unvergessenen Didi Jäger als Geschäftsführer erlebte die Region einige Highlights: Für Publikumsmagneten wie das Regionenfest oder auch „Napoleon“ war der Verein bekannt.

Als Jäger das LuH 2008 als Geschäftsführer verließ, ging es zusehends bergab. Seine Position wurde nicht nachbesetzt. Immer wieder gab es Gerüchte um die Auflösung des Vereins.

Wullersdorf trat als erste Gemeinde aus dem Verein aus, Göllersdorf folgte dem Beispiel von Richard Hogls Marktgemeinde. Zuletzt verließ Guntersdorf unter Bürgermeister Roland Weber den angeschlagenen Verein.

Da waren‘s dann nur noch drei Gemeinden, die gemeinsam auftraten: Hollabrunn als Heimat des Regionenshops, Grabern als Heimat des Obmanns und Nappersdorf-Kammersdorf. Dort ist Gottfried Pompe amtierender Bürgermeister. „Einerseits ist es schon schade, dass es mit dem Verein zu Ende geht. Da viele Mitglieder ausgestiegen sind, war er zuletzt aber nur eine finanzielle Belastung.“

„Wir können es uns einfach nicht leisten,
das Jahr 2016 noch durchzuziehen.“
LuH-Obmann Herbert Leeb über die
finanzielle Situation der Kleinregion.

Der gemeinsame Verein wird bald Geschichte sein. Bei LuH-Obmann Leeb steht die Auflösung am 30. September auf der Tagesordnung. „Es fehlt einfach an der finanziellen Basis“, klärt Graberns Bürgermeister auf. Mit den „sehr geringen“ Mitgliedsbeiträgen sei der Verein nicht zu halten. „Wir können es uns einfach nicht leisten, das Jahr 2016 noch durchzuziehen“, findet Leeb klare Worte.

Im Sommer hatten sich die drei verbleibenden Gemeinden zusammengesetzt, „um einen Kassasturz zu machen“. Zu diesem Zeitpunkt sei die Entscheidung gefallen, den Verein aufzulösen. „Ansonsten hätten wir horrende Mitgliedsbeiträge verlangen müssen“, sagt Leeb. Das heurige Jahr sei aber gerettet.

Wie es jetzt mit dem Regionenshop weitergeht? „Der wird ins Stadtmarketing von Hollabrunn einfließen“, berichtet der scheidende LuH-Obmann. Er gibt aber zu: „Das hängt derzeit ein bisschen in der Luft.“

Denn das Land um Hollabrunn löse sich auf, einen Hollabrunner Stadtmanager gibt es aber noch keinen. Trotzdem lässt Leeb Zuversicht durchklingen, dass der Regionenshop erhalten bleibt. Daran ist auch Pompe sehr interessiert, da dort die Winzer aber auch andere Gemeindebürger ihre Weine und Produkte vermarkten.

Drei-Gemeinden-Bund soll nicht ganz aufgegeben werden

Auch Hollabrunns Vizebürgermeister Alfred Babinsky, Obmann-Stellvertreter des Kleinregionsvereins, bestätigt die Auflösung mit Jahresende. Den Regionenshop im „Einser-Haus“ in der Sparkassegasse, der derzeit über das LuH gemanagt wird, betreffe das aber nicht. Eine Auflösung des Shops komme nicht infrage. Es bleibe genug Zeit, hier eine Lösung zu finden.

FPÖ-Stadtrat Wolfgang Scharinger plädiert dafür, den Regionenshop ins Sporthotel zu verlegen, wo auch der Ausgangspunkt für den Themenweg in der Sitzendorfer Kellergasse ist. „Das wollen wir sicher nicht“, betont Babinsky.

Der Bund zwischen den drei Gemeinden soll aber nicht ganz aufgegeben werden. „Falls für uns etwas dabei ist, werden wir uns dranhängen“, spricht Leeb über künftige Projekte des Hollabrunner Stadtmanagements. Ein solches Konstrukt wie den Verein LuH werde es aber in naher Zukunft nicht geben.