Erstellt am 10. Februar 2016, 04:28

von Christoph Reiterer und Karin Widhalm

Landesschau: Znaim ist im Boot. Verein „Retz 2021“ kümmert sich um die Bewerbung. Schwesternstadt bekundet offiziell Interesse.

Retz (Turm links) will mit der Landesausstellung die Achse zu Znaim mit fast 34.000 Einwohnern stärken; Znaim hat sich nach einer Förderungszusage des Kreises bereit erklärt, mit Retz zu kooperieren. Fotos: Astrid Bartl bzw. Shutterstock/Asisyaj,Collage Rameder  |  NOEN, Astrid Bartl/Shutterstock/Asisyaj, Collage Rameder

Ende Jänner wurde die Niederösterreichische Landesausstellung 2019 an Wiener Neustadt vergeben. Arbeitstitel: „Füße - Felgen - Flügel, Stadt & Land in Bewegung“. Im Rennen um die Landesausstellung 2021 befindet sich das Retzer Land. Wie es aussieht, läuft es auf einen Dreikampf mit zwei weiteren Bewerbern aus dem Weinviertel hinaus.

Treffen mit Botschafter vor Arbeitssitzung Ende Februar

Mit der Gründung eines eigenen Vereins unter Bürgermeister Helmut Koch wurde in Retz der nächste Schritt zur Bewerbung getan. 221 Euro (angelehnt an das Jahr 2021) betrage der Mitgliedsbeitrag, mit dem gleich die ganze Familie im Verein vertreten sein könne, erzählt der Obmann.

In seinem Vorstand sind alle Bürgermeister des Retzer Landes, inklusive Bürgermeister Heribert Donnerbauer (Hardegg) und Retzer-Land-Geschäftsführer Reinhold Griebler. In einem Initiativkomitee bringen sich Nationalratsabgeordnete Eva-Maria Himmelbauer und Weinviertel-Tourismus-Geschäftsführer Hannes Weitschacher ein.

Ende Februar findet die nächste Arbeitssitzung statt. Noch davor wird ein Treffen mit dem tschechischen Botschafter Jan Sechter und Znaims Bürgermeister Vlastimil Gabrhel stattfinden. Das berichtet Stadtchef Koch.

Klar ist, dass mit grenzüberschreitenden Aktionen gepunktet werden soll. Znaim habe schon offiziell sein Interesse bekundet, bestätigt Reinhold Griebler, Tourismus-Chef im Retzer Land. Znaims Gesuch an seinen Kreis auf eine finanzielle Unterstützung wurde erhört, so Koch.

Das konkrete Thema für die Landesausstellung wurde noch nicht festgelegt. Ideen gibt es. „Wir sind voll dran“, ist der Bürgermeister enthusiastisch. Zu den weiteren anstehenden und wichtigen Aufgaben zählen der Entwurf des Logos und ein optimaler Internet-Auftritt, um alle Projekte öffentlichkeitswirksam präsentieren zu können. Für Bezirkshauptmann Stefan Grusch ist klar: „Keinem, der Retz oder das Retzer Land besucht, darf entgehen, dass wir uns für die Landesausstellung bewerben.“

„Jetzt müssen wir noch im stillen Kämmerlein
arbeiten, um größer an die Öffentlichkeit
gehen zu können.“
Bezirkshauptmann Stefan Grusch

Die Bewerbung des Retzer Landes sei ihm ein großes Anliegen, sagt er. Er hat sich schon einmal, „vor vielen Jahren“ in seiner Heimatstadt Horn eingebracht. „Und ich dachte, die Ideen von damals sind ein guter Ansatz für die Bewerbung des Retzer Landes.“

Bürgermeister Koch ist zuversichtlich: „Ich bin überzeugt, dass wir die Landesausstellung 2021 im Retzer und Znaimer Land machen können.“ Das findet auch Griebler: „Das Retzer Land und das Znaimer Land können einiges bewegen und haben einiges herzuzeigen.“

Grusch wünscht sich eine möglichst breite Beteiligung. Wichtig sei, dass nicht etwa die Bürgermeister im Vordergrund stehen, sondern die Bevölkerung der Region. Möglichst viele Menschen sollen sich den Kopf zerbrechen, mit welchen Projekten und Begleitveranstaltungen neue Impulse für die Region gesetzt werden können. Den Rahmen dafür bietet der eben gegründete Verein „Retz 2021“.

„Jetzt müssen wir noch im stillen Kämmerlein arbeiten, um größer an die Öffentlichkeit gehen zu können“, sagt Grusch, der übrigens noch nicht mit seinen BH-Kollegen aus Korneuburg und Gänserndorf über die Landesschau 2021 gesprochen hat.

Ein Konkurrent um die Landesschau 2021 ist Korneuburg. „Wir wollen die Bewerbung über die Leader-Region auf die Beine bringen“, kündigte Wirtschaftskammerobmann Peter Hopfeld im Gespräch mit dem NÖ Wirtschaftspressedienst an. Die Korneuburger wollen mit dem Thema „Mobilität“ in all seinen Facetten punkten und erwarten sich ebenso nachhaltige Impulse für die Region.

Im Marchfeld wurde indes mit Otto Kurt Knoll ein Regionalkoordinator für die Bewerbung zur Landesausstellung 2021 erkoren. Er soll die „Schätze des Marchfelds“ heben. Für ihn sei die Region ein Blumenstrauß und jede Gemeinde darin eine Blüte. Laut Bezirkshauptmann Martin Steinhauser sei man schon weiter bei der Bewerbung als die Konkurrenten.