Hollabrunn

Erstellt am 05. April 2017, 05:26

von Christoph Reiterer

Innenstadt: Delka-Chef schließt Abschied nicht aus. Schuhhändler will die Hollabrunner Fußgängerzone vorerst nicht verlassen. Die Situation in der Innenstadt sei aber dramatisch.

Delka, im Jahr 2011 von der Salamander Austria GmbH übernommen, ist aus der Sparkassegasse nicht wegzudenken. Oder doch? Geschäftsführer Klaus Magele spricht Klartext.  |  Enzmann, Salamander

Kaum eine Woche vergeht, in der in Hollabrunn nicht über weitere Geschäftsschließungen gemunkelt wird. Zuletzt hielt sich das Gerücht, dass Schuhhändler Delka seine Pforten dicht machen wird. Die NÖN fragte bei Geschäftsführer Klaus Magele nach. Dieser widerspricht zwar den Gerüchten, zeichnet aber dennoch kein allzu optimistisches Bild.

„Die Politik lässt uns komplett im Stich“

Delka-Geschäftsführer Klaus Magele (Bild) spricht Klartext. Foto: Salamander  |  Salamander

„Wenn sich die Innenstadt von Hollabrunn so weiterentwickelt, muss in weiterer Folge natürlich auch über entsprechende Konsequenzen nachgedacht werden. Hier wäre das Stadtmarketing gefragt! Die Politik lässt uns komplett im Stich“, klagt Magele.

Problematisch sei vor allem, dass viele Fachmarktzentren gebaut werden und die Innenstädte immer mehr an Attraktivität verlieren. So sei die Fußgängerzone zum Sterben verurteilt.

„Wir sind die letzten Mohikaner“, seufzt der Geschäftsführer, der von einer „wirklich dramatischen Entwicklung“ spricht. Durch politische Fehler seien schon ganze Städte gestorben, sagt Magele und verweist auf Wiener Neustadt und Graz, wo eine florierende Innenstadt durch Zentren an der Peripherie zerstört worden sei.

Hollabrunns neue Stadtmanagerin Julia Katschnig kennt Magele noch nicht. Sie habe sich mit ihm nicht in Verbindung gesetzt. Was es braucht, um die Innenstadt doch noch zu retten? „Einen Schulterschluss der Hauseigentümer und ein gutes Stadtmarketing, das die Fußgängerzone wie ein Einkaufscenter verwaltet“, meint Magele.

Es gebe Konzepte, die international funktionieren. „Ich kenne aber mehr, die schlecht gemacht werden.“ Delka wolle jedenfalls die Nahversorgung abbilden und bleibt am Hollabrunner Standort – vorerst.