Erstellt am 20. März 2012, 00:00

Lieber anecken als verstecken. BUCH–PRÄSENTATION / „Zuagraste“ erzählen in Episoden vom Versuch, in einer „verschrobenen Stadt“ heimisch zu werden.

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RETZ / Die Protagonistinnen des Buches „oje.zuagrast“ Ursula Mulley und Heidemarie Kronsteiner leiden am Syndrom des „Zuagrasten-Daseins“. Durch die Liebe in eine Stadt namens Retz verweht und auf der Suche nach Abwechslung und Unterhaltung beginnen beide, zu bloggen. Nach der virtuellen Bekanntschaft dauert es nicht lange, bis sie entdecken, dass auch ihre reale Entfernung nahezu schicksalshaft kaum ein Steinwurf weit ist.

Ironisch-analytisch und humorvoll tippen sich die beiden nun in Blogform ihre teils er-schütternden, teils abstrusen, aber auch heiteren Erlebnisse und Erkenntnisse von der Seele. Es dauert nicht lange, bis auch andere diese Geschichten zu kommentieren beginnen. So entstand mehr oder weniger in Episodenform das gemeinsame Buch. Mit durchgehender Kleinschreibung, wie sie beim Bloggen üblich ist, will man so nebenbei der deutschen Rechtschreibung ein Schnippchen schlagen.

Heidemarie Kronsteiners Lebenslauf ist voll von abrupten Veränderungen. Verschiedenste Berufsausbildungen, trotz eines Diploms der Gesundheits- und Krankenpflege und nach mehreren Umzügen hat es sie nach Retz verschlagen.

„Ihre zweite Heimat“ nennt Ursula Mulley Retz liebevoll, auch wenn die Geschichten des Buches durchaus zwiespältig ausfallen. Zurzeit widmet sie sich dem Doktoratsstudium der deutschen Philologie .