Erstellt am 19. Oktober 2016, 04:01

von Sandra Frank

Geschasst! Naderer ist raus aus „Klub Frank“. Aus den Medien erfuhr der Landtagsabgeordnete, dass er nicht mehr zum Klub gehört.

Wo Abgeordneter Walter Naderer im Landtag künftig sitzen wird, wird auch für ihn „eine große Überraschung“ sein.  |  NOEN, Archiv

Ende September war Walter Naderer in allen Medien zu sehen als er gemeinsam mit Kabarettist Roland Düringer die Partei „Meine Stimme gilt“ gründete (NÖN berichtete). Am Donnerstag kam es zum nächsten Paukenschlag rund um den 54-Jährigen: Seine Landtagsfraktion, der „Klub Frank“, warf ihn hinaus.

„Im Grunde wurde mir eine lang gehegte Entscheidung abgenommen.“

Walter Naderer darüber, dass sich der „Klub Frank“ von ihm getrennt hat.

„Bis heute hat sich niemand vom Klub bei mir gemeldet“, sagte der Limberger am Montagabend. Von seinem Rauswurf hat er über die Medien erfahren. Für Naderer ist das nichts Neues, er habe den ganzen Sommer über von niemandem aus dem Team Stronach gehört. „Klubsitzungen hat es nur gegeben, wenn entscheidende politische Kräfte Zeit dafür hatten. Ich hatte immer Zeit. Nach meiner Auffassung liegt es in meiner Verantwortung, wenn ich schon so viel bezahlt bekomme, dass ich meine Pflichten dann auch wahrnehme.“

Welche Konsequenzen der Rauswurf für den Provinzpolitiker, wie Naderer sich selbst bezeichnet, hat? „Für mich bedeutet das in erster Linie, dass mein PC zu Hause derzeit lahmgelegt ist“, schmunzelt er. Denn die Microsoft-Office-Programme, die er benutzte, waren vom Landtagsklub. „Ich wusste ja gar nicht, in welch brisanter Umgebung ich mich befinde“, spart er nicht mit Sarkasmus. Wie ihm Ex-Klubkollege Walter Laki mitteilte, sei eine Cyberattacke auf die Cloud des Klubs der Grund, weshalb alle Verbindungen gekappt werden mussten.

Im NÖN-Gespräch klang Naderer nicht sonderlich bedrückt ob seiner Eliminierung. „Der Eindruck stimmt.“ Im Grunde sei ihm eine lang gehegte Entscheidung abgenommen worden. Warum er den Klub selbst nicht längst verlassen hat? „Weil sie jetzt völlig unkontrolliert sind“, wirft Naderer seinen ehemaligen Kollegen leichtsinnigen Umgang mit Steuergeldern vor. Wo der Limberger als Ausgestoßener im Landtag nun sitzen wird? „Das ist die große Überraschung.“

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