Erstellt am 18. September 2015, 05:52

von Christoph Reiterer

Mahnmal in Arbeit. Gerhard Tschugguel erklärt, warum er die Aktion für so wichtig hält und freut sich auf spannende Aufsätze.

Seine Erfahrung kommt Manuel Lempa, der seit 13 Jahren für Erwin Zechmeisters Steinmetzbetrieb in Hollabrunn arbeitet, bei diesem Werk besonders zugute.Tschugguel  |  NOEN, Tschugguel

Mit Ausdauer und Akribie bringt Manuel Lempa das Symbol für die Zivilcourage von Robert Haas aus dem Stein zum Vorschein: die helfenden Hände. Für den Lebensretter aus Wullersdorf, der im Juni zwei Mädchen in der Stockerauer Au aus dem Wasser zog, ehe ihn die Kräfte verließen und er selbst ums Leben kann.

Zentimeter für Zentimeter arbeitet sich Lempa in den weißen Sölker Marmor. „Fast meint man, er spreche mit dem Stein“, sagt Gerhard Tschugguel, Initiator des Mahnmals, das am Unglücksort aufgestellt wird.

Anspruchsvolle Arbeit und Durchführung

Die kleine Schrift mit dem Logo und dem Spruch des Roten Kreuzes ist ebenso anspruchsvoll in der Durchführung wie die Hand, meint Zechmeister. Der Marmorstein wird mannshoch sein und so tief in einer Betonplatte versenkt, dass er die etwa alle zwölf Jahre wiederkommenden Überschwemmungen unbeschadet überstehen wird.

Tschugguel ist übrigens auch mit Kritik konfrontiert, was die „Helfenden Hände“ betrifft. „Ein Gespräch war geprägt davon, dass offenbar fast Angst bestand, dass ein christliches Symbol auf den Gedenkstein kommt, was nicht der Fall sein wird.“ Ärger über die „Unsummen“, die der Gedenkstein kosten soll, sei nicht angebracht. „Da würde ich mir mehr Sachlichkeit wünschen.“ Tschugguel will sich außerdem mit der gleichen Spendenhöhe für eine Warntafel und Rettungsgerät beteiligen wie beim Gedenkstein.

Indes läuft auch der ebenfalls vom Generalsekretär der Katholischen Medienakademie (KMA) ins Leben gerufene Aufsatzwettbewerb zum Thema „Zivilcourage“. Professoren reichen für ihre Schüler die jeweils beste Arbeit der Klasse ein (Anschrift: Meixnergasse 1, 2020 Hollabrunn). Es gibt schöne Buchpreise zu gewinnen.

Am 21. Oktober, 15 Uhr, wird der Gedenkstein für Zivilcourage in der Stockerauer Au gesegnet. Das Proponentenkomitee mit den Bürgermeistern Erwin Bernreiter und Richard Hogl, Nationalratsabgeordneter Eva-Maria Himmelbauer und Dechant Franz Pfeifer ersucht um Spenden.