Erstellt am 14. Mai 2016, 06:04

von Christian Pfeiffer

Mehr Leute & mehr Paprika. Orchester-Konzert / Zum Muttertag setzte das Jugendsinfonieorchester der Musikschule ein Doppelkonzert an; ein Termin, der sich im Nachhinein als äußerst schwierig erwies.

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Im Nachhinein war wohl jeder mit der Terminwahl unzufrieden. Der Muttertag stellte sich als ungünstiger Zeitpunkt für ein ambitioniertes Projekt heraus. Das schöne Wetter tat dann sein Übriges, dass nur eine überschaubare Menge von knapp 200 Zuschauern den Weg in den Stadtsaal fanden, um den engagierten Jungmusikern des Jugendsinfonieorchesters unter der Leitung von Alfred Tuzar zu lauschen.

Ähnlich schütter sah es bereits am Nachmittag aus. Ganz im Sinne einer Musikschule wollte man Kindern und Eltern die Werke, die abends zur Aufführung kamen, musikpädagogisch näher bringen. Dass nur wenige diese Gelegenheit nutzten, enttäuschte die Veranstalter.

Das beeinträchtigte aber den Enthusiasmus der insgesamt 46 Orchestermusiker nicht. Mit dem Komponisten Johannes Brahms und zwei seiner „Ungarischen Tänze“ sollte das Programm schwungvoll eröffnet werden. Doch echtes Csárdás-Feeling mochte nicht so recht aufkommen. Den „Ungarischen Tänzen“ fehlte es ein wenig an Paprika, also am nötigen Feuer.

Tänzerisch ging es auch weiter im Programm mit Ottorino Respighis „Antiche danze ed arie per liuto“, zu Deutsch „Alte Tänze und Weisen für Laute“. Das insgesamt drei Suiten umfassende Werk auf der Grundlage von Lautenweisen aus dem 16. Jahrhundert wurde in fünf Ausschnitten präsentiert.

Ambitionierter Eindruck der 46 Jungmusiker

Nach der Pause kredenzte das Orchester seinem Publikum eines der beliebtesten und bekanntesten Stücke der neueren Klassik: Antonin Dvoráks Sinfonie „Aus der Neuen Welt“. Das Werk brachte die Jungmusiker, besonders an den furiosen Stellen des Werkes, mitunter an ihre Grenzen. Trotz mancher Abstriche hinterließ die Aufführung der Sinfonie einen ambitionierten Eindruck.

Bleibt zu hoffen, dass das kommende Konzert der „Capella Cantabile“ am 22. Mai um 17 Uhr im Festsaal des Seminars nicht auch ein Opfer der Terminwahl wird. Immerhin fällt an dem Tag die Entscheidung, wer Bundespräsident wird.