Erstellt am 25. Mai 2016, 06:04

von Sandra Frank

"Mehrheit will Veränderung". Ulrike Vojtisek-Stuntner (NEOS) rechnete nicht mit so einem knappen Ergebnis. Im Gegensatz zu Walter Naderer.

Landtagsabgeordnetem Walter Naderer war klar, dass die Wahlkarten entscheiden.  |  NOEN, zVg

„Wie wahrscheinlich ganz Österreich, habe ich die Hochrechnungen vor dem Fernseher natürlich bis zum Schluss mitverfolgt“, sagt Ulrike Vojtisek-Stuntner, einzige NEOS-Mandatarin im Bezirk.

Die Maissauerin habe mit einer knappen Entscheidung gerechnet, aber, „dass es so extrem knapp wird und es auf die Wahlkarten ankommt“, hatte sie nicht vermutet. Was für die Mandatarin aber klar ist: „Eine überwältigende Mehrheit in unserem Land will Veränderung. Sie hat genug vom Macht- und Stillstandskartell von SPÖ und ÖVP.“

Wahl sei zu Lagerwahl geworden

Das extrem knappe Ergebnis dieser Präsidentschaftswahl, die „zu einer Lagerwahl geworden ist, das ist unbestritten“, sei eine ganz neue Entwicklung, die es in Österreich so noch nie gegeben habe. „Das ist kein gutes Zeichen für das Land“, sagt Vojtisek-Stuntner über die Spaltung.

„Ich habe vermutet, dass letztendlich der Teil der Bevölkerung, der meinte, den Rechtspopulisten gehört das Ruder übergeben, vom Rest des Landes gestoppt wird“, sagt der parteilose Landtagsabgeordnete Walter Naderer, als klar war, dass Alexander Van der Bellen als Sieger der Stichwahl hervorgeht.

Mehr Vertrauen in Bezirkshauptmannschaft

Dass am Ende die Wahlkarten entscheiden sollten, wer das höchste Amt im Staat bekleiden werde, „hab‘ ich mir gedacht“, meint Naderer. Warum er das so sieht, kann er natürlich erklären: „Es gibt viele, die den Vögeln im Wahllokal nicht in die Augen schauen wollen.“ Und viele hätten einfach mehr Vertrauen in die Bezirkshauptmannschaft – dort werden die Wahlkarten ausgezählt –, als „in ein Wahllokal, wo lauter Schwarze sitzen“.

Dass Van der Bellen Bundespräsident ist, sieht der Limberger Abgeordnete wertfrei, wie er selbst sagt. Er ist der Meinung, dass der 72-Jährige kalmierend auf die Nation einwirken werde. „Aber ich hätte auch Hofer zugetraut, dass er dieses Amt entsprechend ausübt, ohne dass wir uns wundern hätten müssen ...“