Maissau

Erstellt am 12. April 2017, 05:11

von Günter Rapp

FF-Maissau: Neubau oder Zubau?. Vorschlag des Abgeordneten Walter Naderer, mit kostengünstigem Zubau zum Feuerwehrhaus den Ortskern zu beleben, findet wenig Gegenliebe.

Landtagsabgeordneter Walter Naderer könnte sich —vor allem aus Kostengründen – gut vorstellen, den Platz vor dem Feuerwehrhaus zu verbauen.  |  NOEN, Rapp

„Angesichts der wirtschaftlichen Lage der Gemeinde mit einer Rekordverschuldung von 14 Millionen Euro entpuppt sich die laufende Diskussion über Feuerwehrhaus und Gemeindezentrum wie ein Hohn“, ist Landtagsabgeordneter Walter Naderer entsetzt. Für den fraktionslosen Landespolitiker entpuppt sich die Verwendung öffentlicher Gelder – zweckmäßig, wirtschaftlich und sparsam – als leere Worthülse.

Zeughaus sollte doch im Stadtzentrum bleiben

Naderer spricht sich damit gegen die viel diskutierten Pläne der Gemeindeverantwortlichen und der Feuerwehr aus, die sich einen Neubau des FF-Hauses am Stadtrand vorstellen. „Auf die grüne Wiese zu bauen, das ist falsch und auch viel zu teuer“, entgegnet Walter Naderer, der einem zweckmäßigen Zubau zum bestehenden Feuerwehrhaus in der Franz-Gilly-Gasse den Vorzug gibt. Außerdem stehe doch die Belebung der Ortszentren schon seit längerer Zeit im Vordergrund.

Den rund 300 m² großen Platz vor dem derzeitigen Feuerwehrhaus würde Naderer mit Garagen und Nebenräumen verbauen. Dass dabei die Fenster des Gemeindeamtes im Obergeschoß „verstellt“ würden, ist für den Landespolitiker kein Problem. „Anspruch auf Fernblick kann man nicht einfordern.“

Kein unlösbares Problem 

Die Nutzung des derzeitigen Platzes als Festplatz für die Feuerwehr ist aus der Sicht des Abgeordneten ebenfalls kein unlösbares Problem. Beim Musikheim gegenüber dem Feuerwehrhaus sei Platz genug. „Jetzt steht dort das Wechselladefahrzeug der Freiwilligen Feuerwehr, aber das käme ja dann in die neuen Garagen.“

In der Finanzlage der Gemeinde sieht Bürgermeister Josef Klepp aber kein Hindernis. „Wo ein Wille ist, da auch ein Weg“, so der VP-Kommunalpolitiker. „Wenn es um etwas Langfristiges und Zukunftsträchtiges wie die Feuerwehr geht, dann muss ordentlich geplant werden.“

Einen Zubau zum bestehenden Zeughaus bezeichnet Klepp als „halbherzige Lösung“. Die Gemeinde selbst könnte das jetzige FF-Haus brauchen. Derzeit gebe es keine richtigen Lager- und Mannschaftsräume. Und eine Belebung des Ortszentrums kann nach Meinung des Bürgermeisters auch auf andere Weise erfolgen.

Neues Feuerwehrhaus ohne Zeitdruck planen

Trotz allem: „Zeitdruck werden wir uns keinen auferlegen, was die Planungen für ein entsprechendes Feuerwehrhaus betrifft“, so Josef Klepp zur NÖN.

Für Feuerwehrkommandant Franz Kloiber ist die Möglichkeit eines Zubaus vor dem derzeitigen Gerätehaus absolut keine Option. „Das wäre vielleicht dann infrage gekommen, wenn das Gemeindeamt samt Bauhof in eine andere Liegenschaft übersiedelt wäre“, meint der FF-Chef. Sollte die Feuerwehr, wie schon länger angedacht, in ein neues Objekt übersiedeln, dann wäre für die Gemeindeverwaltung und die Bauhofmitarbeiter genügend Platz.

„Abgesehen davon wären für die Feuerwehrleute, wenn sie zu einem Einsatz gerufen werden, bei einer Verbauung des Platzes vor den Garagen absolut keine Parkplätze mehr vorhanden“, ergänzt Kloiber.