Retz

Erstellt am 25. April 2017, 11:06

von Jutta Hahslinger

85-Jähriger vergriff sich an Heiminsassin. Pflegerin eines Retzer Heimes ertappt Besucher (85) mit der Hand unter der Bettdecke einer wehrlosen 90-Jährigen.

Symbolbild  |  APA (Symbolbild/dpa)

„Das ist a Wahnsinn. Vor einigen Tagen feierte ich meinen 85. Geburtstag und jetzt sitze ich hier“, stöhnt der betagte Weinviertler, stellt seine Krücke ab und nimmt ächzend Platz auf der Anklagebank. „Ja, ein Wahnsinn, in mehreren Belangen“, spricht der Richter die schweren Missbrauchsvorwürfe an.

Davon will der betagte Rentner nichts wissen und er beteuert seine Unschuld. Er habe über Jahre täglich zwei ihm bekannte Damen in dem Heim besucht. Einmal habe die 90-Jährige gejammert und über Bauchschmerzen geklagt, schildert er: „Da habe ich ihr nur den Bauch gestreichelt.“

„Ich habe ihn erwischt, mit der Hand unter der Decke im Intimbereich“, schildert hingegen eine Pflegerin. „Hm, g’fallt da“, habe der Mann gemurmelt. „Ich habe ihn scharf angeredet und sofort aus dem Zimmer verwiesen. Er ging auch sofort. Die Patientin ist bewegungsunfähig und kann kaum sprechen. Ihr liefen Tränen über die Wangen, aber sie konnte zu dem Vorfall nichts sagen.“

Auch eine zweite Betreuerin ertappte den Rentner, wie er die Decke bei der 90-Jährigen weggezogen und die Inkontinenzeinlage weggeklappt hatte: „Der Schambereich war sichtbar. Als er mich sah, war er erschrocken und beteuerte, dass alles in Ordnung sei.“

Der bislang unbescholtene 85-Jährige wird des sexuellen Missbrauchs (teils versucht) an einer Wehrlosen für schuldig befunden und zu einer teilbedingten Geldstrafe verurteilt: 7.200 Euro, davon muss der Pensionist die Hälfte bezahlen. Nicht rechtskräftig.