Erstellt am 30. April 2016, 06:04

von NÖN Redaktion

Modenschau: „Fairlässlich“ in Nepal. Labelgründerin aus Eferding berichtete in Hollabrunn über ihre Partnerschaften im Himalaya-Staat, 13 Models am „Laufsteg“.

Romana Haftner bedankte sich bei Ingrid Gumpelmaier-Grandl mit einem fairen Geschenkkorb. Mitarbeiterinnen und Kundinnen fungierten als fair gekleidete Models. Foto: www.weltladen-hollabrunn.at  |  NOEN, www.weltladen-hollabrunn.at
Ingrid Gumpelmaier-Grandl aus Eferding, Labelgründerin von Fairytale, war zu Gast in Hollabrunn, um im Rahmen eines Vortrags zu überzeugen, dass es auch in der Textilbranche möglich ist, nachhaltige und trotzdem trendige, leistbare Mode zu produzieren. Im Pfarrsaal sprach sie über bio-faire Mode, designt in Österreich, handgemacht in Nepal.

Zusammenarbeit mit kleinen Unternehmen

Die Oberösterreicherin arbeitet mit einer kleinen Schneiderei, einer Filzmanufaktur und einem Silberschmied in Nepals Hauptstadt Kathmandu zusammen. Diese produzieren Damenmode aus Biobaumwolle, Taschen aus Khadi- und Sari-Stoffen, Accessoires aus Filz und Schmuck aus Silber. Die Labelgründerin sieht sich als „fair-lässliche“, langfristige Handelspartnerin.

„Ich habe erlebt, wie Auftraggeber in Nepal die Werkstätten betreten und den Produzenten das Gefühl geben: Du bist von mir abhängig und darum wünsche ich ein billiges Produkt“, schildert sie. Im fairen Handel seien die Handelspartner auf Augenhöhe.

Stolz auf die neue Photovoltaikanlage

Bei regelmäßigen Besuchen überzeugen sich Gumpelmaier-Grandl und ihr Team, dass die Arbeitsbedingungen hohen sozialen Standards entsprechen, keinesfalls Kinder arbeiten und Frauen nicht benachteiligt werden. Schritt für Schritt werden umweltfreundliche Maßnahmen verwirklicht, so die Unternehmerin: „Wir sind sehr stolz, nun seit September 2015 eine Photovoltaikanlage zu besitzen.“

Vor allem in der schwierigen Zeit nach dem Erdbeben und während der Handelsblockade an der nepalesisch-indischen Grenze sei das ein großer Vorteil in der Produktion. „Wir können weiterarbeiten, wenn in anderen Betrieben der Strom ausfällt.“

In der anschließenden Modenschau erfreuten sich die Besucher an der neuesten Kollektion – nepalesische Sticktechnik verwoben mit den europäischen Trends, jedes Stück in Handarbeit produziert

Im zweiten Teil, moderiert von Hermi Tribelnig, zeigten 13 Models die Frühjahrs- und Sommermode von Gary Mash, einem jungen Label aus Österreich, Anukoo und Göttin des Glücks. „Es war ein wunderbarer Abend, der uns wieder bestärkt, dass unsere ehrenamtliche Arbeit in alle Richtungen positiv fairändert“, berichtet Weltladen-Obfrau Romana Haftner.