Erstellt am 01. Februar 2016, 09:35

von Sandra Frank

Moped-Rowdy mit 16. Er wird demnächst erst 17 Jahre alt, doch vor Gericht ist der Angeklagte, der im September des Vorjahres mit einem Moped einen 57-Jährigen in Hollabrunn beinahe über den Haufen gefahren hätte, kein Unbekannter...

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Dass er mit einem nicht zugelassenen Moped viel zu schnell und meistens auf dem Gehsteig unterwegs war, das gibt der Angeklagte zu. Er sei durch die Stadt gefahren und bei einer Tankstelle von der Polizei aufgehalten worden, erzählte der Teenager als Angeklagter im Bezirksgericht Hollabrunn.

„Polizist hat mir eine heruntergehaut“

„Der Polizist hat gesagt, ich soll das Moped nach Hause schieben.“ Doch was tat der Jungspund? Er setzte sich aufs nicht angemeldete Moped und düste davon. Die Polizei hinterher.

„Er hat mich wieder aufgehalten und mir eine heruntergehaut“, behauptet der Angeklagte. Danach fuhr er trotzdem wieder davon. Er sei deswegen auf dem Gehsteig gerast, „weil ich Angst vor dem Polizisten hatte“.

Der 57-Jährige erinnert sich an ein lautes Geräusch, das immer näher kam, als er in der Wienerstraße spazieren ging. „Ich hab‘ mich umgedreht und das Blaulicht von der Polizei gesehen. Plötzlich war da ein Moped auf dem Gehsteig und ich bin in eine Einfahrt gesprungen.“ Der Fahrer habe keine Anstalten gemacht, sich einzubremsen.

Richter mahnte: „Noch ist die Strafe bedingt“

Da gegen den 16-Jährigen noch ein altes Verfahren offen war, dauerte der Schuldspruch von Richter Erhard Neubauer etwas länger: Wegen Betrugs (der Bursche hatte das Moped gekauft, obwohl er wusste, dass er nicht den gesamten Kaufpreis zahlen könne), Urkundenunterdrückung (er hatte Probekennzeichen gestohlen und diese nach der Spritztour vernichtet) und Gefährdung der körperlichen Sicherheit setzte es eine Bewährungsstrafe im Ausmaß von sechs Wochen.

„Noch ist die Strafe bedingt. Aber es wird schnell brenzlig, wenn man in Ihrem Alter schon so anfängt“, mahnte der Richter.