Erstellt am 15. Dezember 2015, 09:36

von Christoph Reiterer

Nach Schock-Video: Mahnwache vor Schlachthof. Nachdem Videoaufnahmen über Misshandlung von Schweinen im Schlachthof Gantner für Verstörung, Empörung und Fassungslosigkeit gesorgt haben, kündigt der Verein gegen Tierfabriken (VGT) für Donnerstag und Freitag, jeweils ab 6 Uhr, Mahnwachen vor dem Hollabrunner Unternehmen an.

 |  NOEN, NÖN
Die Tierschützer wollen nicht locker lassen. „Die CO2-Betäubung muss verboten werden! Dieses Tierleid ist so grauenhaft, das kann sich doch niemand ansehen, der ein Herz hat“, sagt David Richter vom VGT.

Den gefilmten Arbeiter will er nicht allein an den Pranger stellen. "Dieser Mann steht von Früh bis spät praktisch alleine in diesem Raum und hat die Aufgabe, viele hundert Schweine in die Gas-Betäubung zu schicken. Mitgefühl darf man hier nicht haben, sonst kann man das nicht schaffen. Die Grausamkeit, die der Arbeiter hier entwickelt hat, schützt wahrscheinlich seine Psyche", meint Richter.

Es handle sich nicht um einen Einzelfall. Der Schlachthofskandal zeige die ganze Breite des Problems. Die vorgefallenen Quälereien seien ein Versagen der Politik, der Behörden, der Tierärzte vor Ort, der Schlachthöfe und - vielleicht am wenigsten - der Arbeiter vor Ort, sagt der VGT-Aktivist.

Betrieb will Abläufe optimieren

Geschäftsführer Johann Gantner hat seine Stellungnahme zum Video bereits vergangene Woche konkretisiert. Der Betrieb sei stets gewillt, die tierschutzgerechten Aspekte im gesamten Ablauf zu verbessern und auf einem bestmöglichen Level zu halten. "Durch explizitere Personalschulungen, vermehrte Tierschutzkontrollen und durch eigens installierte Kameras im Stallbereich werden wir künftig die im Video aufgezeigten Missstände vermeiden."

Gantner merkt jedoch auch an, dass sich das illegal zustande gekommene Video einen irreführenden Zusammenschnitt von Video und Ton zur Verdeutlichung der Missstände zu Gebrauch mache.

NÖN.at berichtete: