Hollabrunn

Erstellt am 21. April 2017, 03:34

von Sandra Frank

„Mit gutem Gewissen Schokolade essen“. Für ein Geschmackserlebnis braucht man gute Qualität. Haubenkoch Christoph Wagner setzt auf neue Produkte.

Haubenkoch Christoph Wagner setzt auf Nachhaltigkeit, die Sinn macht. Fürs beliebte Schokosoufflé wird jetzt „Original Beans“-Schokolade verwendet. „Ein Geschmackserlebnis“, meinen Gastronom und Feinschmecker.  |  Frank

Warum ist eigentlich Vanille in der Schokolade? Dieser Frage ging Hollabrunns Haubenkoch Christoph Wagner auf den Grund. Die Antwort ist für Schoko-Freunde nicht besonders erfreulich: Die meisten Kakaobohnen, die Österreich erreichen, sind bereits verdorben. Mit der Vanille werden „gewisse Fehltöne“ überdeckt, wie Wagner es ausdrückt. „Wenn man ein gutes Produkt hat, dann ist das aber nicht nötig“, erzählt der Kochkünstler im NÖN-Gespräch, weshalb in „Wagner’s Wirtshaus“ nur noch „Original Beans“-Schokolade verwendet wird.

Was daran besser ist? „Das schmeckt man.“ Das meinen nicht nur die Wagners, sondern auch jene Gäste, die bereits früher Fans des Schokosoufflés waren. Das Geschmackserlebnis, aber auch die Nachhaltigkeit sind es, die Christoph Wagner überzeugten, die Schokolade zu wechseln. Bei einem Kochevent in Deutschland hat er Patrick von Vacano und „Original Beans“ kennengelernt.

Die Firma bezahlt den Kakao-Bauern das Zehnfache des Fairtrade-Preises. So können diese sich eine Lebensgrundlage schaffen und Kakaobohnen mit hoher Qualität liefern. „Bei uns kann man jetzt mit gutem Gewissen Schokolade essen“, verweist Wagner darauf, dass für jede Tafel Schokolade ein Baum gepflanzt, oder ein anderes Projekt in den Kakao-Ländern – etwa Gorillas im Kongo – unterstützt wird.

„Unterm Strich zählt der Geschmack“

Mit nachhaltigen Produkten zu kochen, ist Wagner ein großes Anliegen. Die Eier kommen aus Freilandhaltung, das Gemüse bezieht der Haubenkoch vom regionalen Gärtner, als Zusatzangebot setzt er auf das Großmugler Krautwerk: „Da gibt es Gemüseraritäten, bei denen der Geschmack im Vordergrund steht – wie zum Beispiel die Herzkarotte.“

Was saisonale Produkte betrifft, so wünscht sich Wagner, dass diese mehr ins Bewusstsein kommen. „Man muss nicht zwei Wochen, bevor es bei uns Spargel gibt, bereits den aus Italien kaufen“, meint er, dass auch die Gäste auf geschmackvollere, heimische Produkte warten können.

Immer sei das in der Gastronomie natürlich nicht möglich, räumt der Haubenkoch ein. Aber: „Unterm Strich zählt der Geschmack.“