Erstellt am 07. Oktober 2015, 05:37

von Christoph Reiterer und Sandra Frank

Neuer ÖBB-Fahrplan: „Angebot wird deutlich besser“. Raffel (SPÖ) beklagt elf zu streichende Samstag-Verbindungen. Bahn verweist auf geschlossenen Takt.

Keine Beeinträchtigung für die Tourismus-Stadt Retz? Die ÖBB bestreiten nicht, dass im neuen Fahrplan gleich mehrere Samstag-Verbindungen fehlen. Das Angebot werde trotzdem besser. Foto: NÖN  |  NOEN, NÖN

Am 3. September gab es eine Besprechung mit ÖBB, Land NÖ, Verkehrsverbund Ost-Region (VOR) und Vertretern der betroffenen Gemeinden. Besprochen wurde der Wegfall von Zugverbindungen an Samstagen.

Doch bis heute habe sich nichts an den Fahrplanentwürfen geändert, beklagt der Hollabrunner SPÖ-Stadtrat Jakob Raffel.

Babinsky: „Antrag wurde sehr spät eingebracht“

Sieben Verbindungen von Retz nach Wien sowie vier Verbindungen von Wien nach Retz seien betroffen. Sie sollen ab 13. Dezember aus dem Fahrplan fallen.

Per Dringlichkeitsantrag wollte Raffel vergangene Woche eine Resolution im Hollabrunner Gemeinderat beschließen lassen, um neue Verhandlungen mit ÖBB, Land und VOR aufzunehmen.

Doch ÖVP und FPÖ befanden die Angelegenheit für nicht dringlich. „Der Antrag wurde sehr spät eingebracht und wir wollen ein gemeinsames Vorgehen mit allen betroffenen Gemeinden. Das habe ich Jakob Raffel auch vorher gesagt. Das geht nicht gegen die Pendler, aber ich wünsche mir, dass wir uns hier mit den anderen abstimmen“, erklärt VP-Vizebürgermeister Alfred Babinsky.

Das Protokoll vom 3. September ging den Teilnehmern laut Raffel übrigens erst am 28. September zu. Nach dreimaliger Urgenz. Und: „Es steht nicht einmal drinnen, dass wir über die Samstag-Verbindungen gesprochen haben“, fürchtet der SPÖ-Stadtrat ein kommentarloses Streichen.

Außerdem vermisse er die Gegenrechnung. „Für zusätzliche Zugangebote sollten die Gemeinden dazuzahlen, das Grundangebot würde aber ohne Rücksprache verändert werden.“

Seif: Wegfallende Züge nicht im touristischen Zeitsegment

ÖBB-Sprecher Christopher Seif betont indes, dass das Angebot auf der Nordwestbahn zwischen Wien und Hollabrunn mit der Vollinbetriebnahme des Wiener Hauptbahnhofes am 13. Dezember mit der Umstellung auf ein klares Taktschema verbessert werde. So könne eine jahrelange Forderung aus der Region umgesetzt werden.

Die derzeitige Taktlücke am Vormittag wird durch ein zusätzliches Zugpaar im Fahrplan 2016 geschlossen. Weil es dafür kein zusätzliches Geld gab, mussten „Leistungsverschiebungen von Zügen an frequenzschwachen Zeitlagen herangezogen werden“, so Seif.

Die wegfallenden Züge werden sehr gering in Anspruch genommen und liegen auch nicht im touristischen Zeitsegment, erklärt der ÖBB-Sprecher. Insgesamt werde das Angebot für die Bahnkunden deutlich verbessert. „Tagesdurchgängige Anschlüsse zu angrenzenden Bahnlinien und Busknoten vernetzen das regionale und internationale Schienenangebot.“

Florian Liehr aus dem Büro von Verkehrslandesrat Wilfing erklärt hingegen, dass die ÖBB derzeit Fahrpläne online habe, die nicht fertig sind. Er spricht vorerst von nur vier ausfallenden Zügen. „Man muss wirklich abwarten. Ich schätze, dass die Fahrpläne gegen Mitte oder Ende Oktober fertig sein werden.“

Guntersdorfs Bürgermeister Roland Weber merkt an: „Wir werden uns wehren, wenn Verbindungen entfallen, die Gemeinde kann aber sicher keinen Zug zahlen.“


Fahrplanwechsel

Fehlende Züge ab 13.12.2015 an Samstagen von Retz nach Wien:
Halte in Hollabrunn um 5.39, 5.58, 6.20, 7.05, 12.45, 14.45 und 16.45 Uhr.

Fehlende Züge ab 13.12.2015 an Samstagen von Wien nach Retz:
Halte in Wien-Praterstern um 10.03, 12.03, 14.03 und 18.03.

Zusätzliche Züge ab 13.12.2015
R 2214 Wien-Floridsdorf 9.11 Uhr – Hollabrunn 9.44 Uhr – Retz 10.12 Uhr
R 2223 Retz 11:17 – Hollabrunn 11.44 – Wien-Floridsdorf 12.17 Uhr