Erstellt am 06. April 2016, 04:24

von Karin Widhalm

OBENauf-Eröffnung: Pension mit Mehrwert. Menschen mit Behinderung heißen ab sofort Gäste in der Frühstückspension am Caritas-Bauernhof willkommen.

 |  NOEN, Franz Enzmann

„Behindert ist, wer behindert wird“: Caritas-Interessenvertreterin Leopoldine Brunner beginnt die offizielle Eröffnung mit einem Leitsatz, denn die Frühstückspension OBENauf ist ihres Erachtens ein Schritt in die richtige Richtung. 15 Menschen mit Behinderung bekommen dort Arbeitsplätze und verrichten einfache oder anspruchsvolle Tätigkeiten – ein einzigartiges Projekt in Niederösterreich.

„Menschen mit und ohne Behinderung haben gemeinsam nachgedacht und das Miteinander ist immer größer geworden“, beschreibt Thomas Krottendorfer, Caritas-Leiter der Behinderteneinrichtungen im Weinviertel, das neue Projekt. Ein „Tourismusbetrieb mit sozialem Mehrwert“ ist das, ergänzt Caritas-Generalsekretär Klaus Schwertner.

Architektur-Studenten packten mit an

Landesrätin Barbara Schwarz wünscht sich, dass in Zukunft Menschen mit Behinderung nicht nur in einem „Projekt“, sondern überall Arbeit finden können. „Ich bin nicht blauäugig: Das ist ein langer Weg, den wir beginnen müssen zu gehen.“ Sie übergibt Krottendorfer symbolisch einen großen Schlüssel, „der ins Herz treffen soll“: „Schauen wir darauf, was Menschen können, und nicht, was sie nicht können.“

17 Monate hat es gedauert, den früheren Pfarrhof in das „OBENauf“ zu verwandeln. Die Pfarre erhielt eine Ersatzräumlichkeit und darf – wie auch Vereine – den Begegnungsraum in der Pension nutzen.

Architektur-Studenten entwarfen die Pläne und packten wie Caritas-Klienten aus den Werkstätten in der Umbauphase mit an. „Generell war’s eine riesengroße Erfahrung für die Studierenden. Sie lernten das Handwerk kennen und wie sie mit kleinen Budgets, dem zeitlichen Rahmen und unerwarteten Problemen umgehen sollen“, beschreibt Architektur-Professor Peter Fattinger.

Die Gäste durften nach der Segnung durch Dechant Clemens Beirer das alte Gebäude mit jungem Design besichtigen.

NÖN.at hatte berichtet: