Erstellt am 17. Februar 2016, 04:24

von Christoph Reiterer

ÖVP: „Maximal 5 bis 6 auf der Warteliste“. Stadt-VP redet Klartext und sieht die Gemeinde nicht allein in der Verantwortung.

Ist gegen die Entkoppelung der Kinder aus der Familie: Stadtchef Erwin Bernreiter. Foto: NÖN  |  NOEN, NÖN

„Allen Recht getan ist eine Kunst, die niemand kann“, sagt die ÖVP zur Kinderbetreuungs-Problematik (

und unten) und will sich nicht die volle Last der Kinderbetreuung aufbürden lassen.

Natürlich gebe es Planungen, sagt Bürgermeister Erwin Bernreiter. Beim Bildungscampus sei man jedoch nicht so weit, wie man sich das wünschen würde. Auch deshalb können keine kurzfristigen Lösungen angeboten werden.

Es gehe aber auch um Grundsätzliches: Familienfreundlichkeit heiße nicht, Kinder in diverse Erziehungs- und Beaufsichtigungseinrichtungen zu geben, denn das könne nicht immer zum Wohl des Kindes sein.
Dass es eine Hort-Warteliste mit 22 Kindern gibt, sei so nicht richtig.

„Können Entkoppelung der Kinder nicht unterstützen“

Von den angeblich 22 Kindern haben bereits zehn einen fixen Platz im Herbst, lässt Bernreiter ausrichten: „Einige der Wartenden werden wie alle Jahre wieder darauf verzichten – somit bleibt am Ende eine Warteliste von maximal fünf bis sechs Kindern übrig.“

Das sei natürlich auch nicht optimal, aber ein zusätzlicher Ausbau zu den bestehenden Einrichtungen sei mangels Platzangebot und finanzieller Mittel derzeit nicht möglich. Zudem könne es nicht Aufgabe der Gemeinde sein, für alle Interessenten entsprechende Unterbringungsplätze zu schaffen.

„Als christlich-humanistische Partei, wo die Familie die erste und wichtigste Gemeinschaft für Menschen ist, können wir die Entkoppelung der Kinder aus der Familie auf Kosten der Allgemeinheit nicht unterstützen“, heißt es in der VP-Erklärung.

Neben den Grundsätzen wie Freiheit, Verantwortung, Nachhaltigkeit, Leistung und Solidarität stehe die VP auch zur sogenannten Subsidiarität: Einzelne oder auch kleine Gemeinschaften sollen befähigt werden, ihre Aufgaben möglichst eigenverantwortlich zu lösen.

„Auf Basis dieser Faktoren haben wir in der Vergangenheit und werden wir auch in Zukunft unsere politischen Entscheidungen treffen“, stellt der Bürgermeister klar. Sein Team arbeite stets für Hollabrunn, auch auf die Gefahr hin, dass die Anliegen einzelner Bürger nicht gelöst werden können.

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ZITIERT

Als familienfreundliche Gemeinde ausgezeichnet zu werden, ist nicht ein Projekt, das von heute auf morgen umgesetzt wird.

Es ist das Ergebnis einer umfangreichen Evaluierung einer Vielzahl von Maßnahmen und Initiativen für Familien, die auch ohne diese Auszeichnungsvorgaben im Laufe der Zeit umgesetzt worden sind.

Dazu gehören unter anderem eine Kleinkindbetreuung mit drei Gruppen und ein Hort mit zwei Gruppen.