Hollabrunn

Erstellt am 08. April 2017, 05:07

von Karin Widhalm

Gruscher bleibt NÖ Imkerchef: „Allein bin ich nichts“. Johann Gruscher bleibt Chef des Landesimkerverbands, lobt sein Team und geht im NÖN-Gespräch auf die Bienensituation ein.

Präsident Johann Gruscher verabschiedete langjährige Funktionäre: Zuchtreferent Franz Teichmann, Obmann Johann Harnisch des aufgelösten Bezirks Wien-Umgebung und Schriftführer Hans Watzl mit Honigkönigin Elisabeth Huth (v.l.).  |  Ing. Niklas

Die Imker aus Niederösterreich bestätigten Johann Gruscher als Präsident für die nächsten drei Jahre. 155 Stimmen erhielt das „Team Gruscher“, drei Delegierte enthielten sich. Die Wahl fand beim Landesimkertag in St. Pölten statt.

„50 bis 60 Prozent“ der Bienen zuletzt gestorben

„Ich habe einen guten Vorstand“, ist Gruscher froh. „Allein bin ich gar nichts.“ Bei seinen vielen Ämtern braucht er Rückhalt: Er ist Bezirksobmann der Imker, Landespräsident, Bundespräsident und Präsident der Biene Österreich.

Der Peigartener setzt sich aktuell für ein Glyphosat-Verbot ein. Kritisch sieht er ebenso den Spritzmitteleinsatz gegen den Drahtwurm auf Erdäpfelfeldern. „Wir appellieren an die Bauern, weniger zu spritzen“, erläutert er. Grundsätzlich erkennt er aber eine Sensibilisierung: „Da hat’s ein Umdenken gegeben unter den Bauern.“

Trotzdem: Er schätzt, dass zuletzt 50 bis 60 Prozent der Bienen in Österreich gestorben sind. Vieles dürfte da mitspielen: Die Witterung im Winter gehört ebenso zu den Faktoren wie die Verbreitung von Viren. Gruscher weist darauf hin, dass schon Hobbygärtner etwas für die Biene tun können: Wenn Sie Pflanzenschutzmittel einsetzen, dann lieber abends. In der Früh ist das fleißige Insekt unterwegs.

Bewusstsein für die Biene sei gestiegen

Für hilfreich hält der Präsident das Veterinärinformationssystem, das seit 2016 auch für Imker gilt. Sie müssen Standort und Anzahl der gehaltenen Völker registrieren. „Das hilft bei Krankheiten“, ist Gruscher überzeugt, dass Seuchen schneller bekämpft werden können.

Ihn freut außerdem, dass das Bewusstsein für die Biene gestiegen ist – nicht nur bei den Bauern. Das sei auch an der Mitgliederzahl erkennbar: 350 Neuzugänge gibt’s in Niederösterreich. „Viele fangen in der Pension an“, so Gruscher. Der Frauenanteil steigt: Das führt er auf das gestiegene Interesse und Umweltbewusstsein zurück. Und: „Frauen wollen mitgestalten und verdienen ein bisschen ein Körberlgeld dazu.“

Grundsätzlich gehen aber weniger Imker ihrem Hobby nach: Der Obmann erinnert sich an 10.000 Mitglieder in den 1960er-Jahren im Landesimkerverband. 4.380 sind es derzeit.