Erstellt am 14. April 2017, 04:43

von Karin Widhalm

Geflügelhof-Übergabe nach vier Jahrzehnten. Helmut Stöckl ging in den Ruhestand. Sein Betrieb gehört nun zum Unternehmen von Norbert Diglas in Feuersbrunn.

Norbert Diglas  |  Franz Enzmann

Die wiederbelebte englische Rasse Sussex, Grünleger aus der Araucana-Züchtung oder die alte Rasse Sperber: Norbert Diglas verkauft am Hollabrunner Wochenmarkt seine Hühner und Küken – und ist neuerdings überhaupt stark im Bezirk vertreten.

Er übernahm den Betrieb von Helmut Stöckl, der nach 40 Jahren als Geflügelzüchter in den Ruhestand trat. Sein Name bleibt erhalten. „Viele Kunden sind ihn gewohnt“, begründet Diglas, der vor allem kleine Hühnerhalter beliefert.

Boom nicht zu unterschätzen

„Ich habe mich nie für die Großen interessiert“, erklärt er. Man dürfe den Boom nicht unterschätzen: „In Niederösterreich leben 1,5 Millionen Hühner in Kleingärten und Kleinstgärten. Jeder will seine eigenen Hühner haben.“

Diglas freut sich darüber, dass gerade die kleinbäuerliche Haltung trotz der Stallpflicht-Thematik nicht verschwindet. „Viele haben gesagt: Die Kleinen werden jetzt aufhören. Aber sie geben nicht auf“, strahlt er.

Schonende Aufzucht sei wichtig

Wichtig ist ihm eine „schonende Aufzucht“. Er weiß, dass das Überleben der Hühner schon bei der Versorgung während ihres Wachstums beginnt. Und: „Weil wir die Tiere aufziehen, haben wir eine andere Beziehung zu ihnen“, ist er überzeugt. Für ebenso wichtig hält er die Beratung der Kunden: Er informiert, wie Hühner gehalten und gefüttert werden sollen oder wie zum Beispiel die Behandlung bei Milben aussieht.

Der Geflügelhof Diglas mit Sitz in Feuersbrunn (Bezirk Tulln) besteht seit 60 Jahren und wird in dritter Generation geführt. Küken schlüpfen in der Brüterei, die Junghühner werden in Ställen aufgezogen. Enten, Gänse und Puten werden im landwirtschaftlichen Betrieb des Schlosses Thürnthal gehalten.